Allgemeines, Naturschutz

Umwelt- und Klimaschutz als Teil der Lösung für Zukunftsaufgaben

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die deutsche Bevölkerung Umwelt- und Klimaschutz zunehmend als integralen Bestandteil zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen betrachtet. Dies spiegelt sich in einem wachsenden Bewusstsein für die Bedeutung von Umweltschutz für Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit wider.

Wandel im Umweltbewusstsein der Bevölkerung

Das Umweltbewusstsein in Deutschland hat sich gewandelt. Eine aktuelle Studie des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt, dass ein wachsender Anteil der Bevölkerung Umwelt- und Klimaschutz nicht mehr als Problem, sondern als integralen Bestandteil zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen betrachtet.

Demnach sehen 63 Prozent der Befragten Umwelt- und Klimaschutz als grundlegende Bedingung für die Bewältigung von Zukunftsaufgaben wie die Globalisierung. Im Jahr 2012 lag dieser Wert noch bei 40 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten verbindet Umwelt- und Klimaschutz zudem mit der Sicherung des Wohlstands (56 Prozent), der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands (48 Prozent) und der Schaffung von Arbeitsplätzen (46 Prozent).

Ich verstehe diese Ergebnisse als Gestaltungsauftrag der Bevölkerung an die Umweltpolitik. Früher haben viele gedacht, Umweltschutz und Wirtschaftskraft würden sich widersprechen. Heute weiß man: Das Gegenteil ist richtig. Gutes Leben und Umweltschutz gehören zusammen.

Dies erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Sie betonte, dass die nächste große Aufgabe darin bestehe, Umweltschutz auch als soziale Triebfeder zu etablieren. Hendricks strebt an, dass mehr Menschen den Umweltschutz als Faktor für mehr Gerechtigkeit im Land wahrnehmen, insbesondere da sozial Benachteiligte oft stärker unter Umweltbelastungen wie Lärm und Feinstaub leiden. Eine soziale Umweltpolitik, die auf Energieeffizienz, öffentlichen Nahverkehr, mehr Stadtgrün und eine lebenswerte Gestaltung von Siedlungen setzt, fördere nicht nur die Umwelt, sondern auch Gesundheit und Lebensqualität der Menschen.

Lärmbelästigung und Umweltverantwortung

Die Studie identifiziert Lärm als ein bedeutendes Gesundheitsproblem. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA, stellte fest, dass zwei Drittel der Befragten sich von Lärm mittelmäßig oder stark gestört fühlen. Jede zehnte Person empfindet Lärm sogar als stark oder äußerst stark belästigend. Der Straßenverkehrslärm ist dabei die größte Belastung; 54 Prozent der Befragten gaben an, sich dadurch zumindest "etwas belästigt" zu fühlen, ein Wert, der sich seit 2012 kaum verändert hat.

Das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung bleibt hoch. Fast neun von zehn Befragten sind der Meinung, dass die deutsche Lebensweise auch für Umweltprobleme in anderen Ländern mitverantwortlich ist. Fast drei Viertel zeigen sich beunruhigt hinsichtlich der Umweltbedingungen, unter denen zukünftige Generationen leben könnten. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ist dieser Anteil mit 85 Prozent noch höher.

Konsumverhalten und Mobilität

Im Konsumbereich zeigt sich ebenfalls ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein. Knapp die Hälfte der Befragten greift beim Kauf von Haushaltsgeräten oder Leuchtmitteln immer zu energieeffizienten Alternativen, ein weiteres Viertel tut dies sehr häufig. Dies deutet darauf hin, dass das Engagement der Bundesregierung für klimafreundliche, energieeffiziente und langlebige Geräte im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie den Verbraucherwünschen entspricht.

Die Nachfrage nach grünen Produkten ist groß, der Wille zum Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen weit verbreitet.

So Maria Krautzberger. 43 Prozent der Befragten kaufen häufig umweltschonende Reinigungsmittel, 39 Prozent haben bereits Ökostrom bezogen und etwa ein Fünftel setzt beim Einkauf häufig auf Bio-Lebensmittel. Das Interesse an Öko-Produkten variiert jedoch. Öko-Textilien werden beispielsweise nur von 10 Prozent der Befragten häufig gekauft. Krautzberger sieht hier Nachholbedarf bei den Herstellern, da Biobaumwolle derzeit nur einen geringen Anteil am gesamten Baumwollmarkt ausmacht.

Hinsichtlich der Mobilität befürworten 82 Prozent der Befragten eine Umgestaltung von Städten und Gemeinden, die eine geringere Abhängigkeit vom Auto ermöglicht. Bei jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) liegt dieser Wert sogar bei 92 Prozent. Neue Mobilitätskonzepte in Städten finden hohe Zustimmung, und die Bereitschaft zur Nutzung alternativer Angebote wie Carsharing steigt. Ein Carsharing-Fahrzeug kann bis zu fünf normale Fahrzeuge ersetzen und hat somit das Potenzial, einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu leisten.

Die repräsentative Umfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland wird seit 1996 alle zwei Jahre durchgeführt. Für die aktuelle Studie wurden erstmals Personen ab 14 Jahren befragt (zuvor ab 18). Die Online-Befragung umfasste 2117 Personen und wurde vom 8. Juli bis 6. August 2014 durchgeführt.

30.03.2015

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Umweltbundesamt (UBA)

Wörlitzer Platz 1
6844Dessau
Deutschland

Tel.:+49 340 2103-2416
Fax:+49 340 2103-2285

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