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Zwei Kakteen tragen den Namen „Königin der Nacht“

Zwei verschiedene Kakteenarten tragen den Namen „Königin der Nacht“. Die Deutsche Kakteen-Gesellschaft erklärt die Unterschiede zwischen Selenicereus grandiflorus und Echinopsis eyriesii und gibt praktische Tipps zu Pflege, Standort und Überwinterung der beliebten Nachtblüher.

Nachtblühende Kakteen begeistern mit großen Blüten und außergewöhnlichem Duft

Viele Pflanzenfreunde kennen die sogenannte „Königin der Nacht“ als außergewöhnlich blühenden Kaktus für die Fensterbank oder den Wintergarten. Tatsächlich tragen jedoch zwei verschiedene Kakteenarten diesen Namen. Darauf weist die Deutsche Kakteen-Gesellschaft e.V. hin und erläutert die botanischen Unterschiede zwischen den beiden nachtblühenden Pflanzen.

Bei den Arten handelt es sich um Selenicereus grandiflorus und Echinopsis eyriesii. Beide öffnen ihre Blüten in den Abendstunden und locken damit nachtaktive Bestäuber an. Genau diese Eigenschaft hat ihnen den populären Beinamen „Königin der Nacht“ eingebracht.

Die botanisch echte „Königin der Nacht“

Aus botanischer Sicht gilt ausschließlich Selenicereus grandiflorus als echte „Königin der Nacht“. Die Pflanze entwickelt mehrere Meter lange Triebe, die idealerweise an Rankhilfen befestigt werden. Die grünen Triebe erreichen etwa drei Zentimeter Durchmesser und besitzen sechs bis acht Rippen.

Besonders auffällig sind die großen weißen bis gelblich schimmernden Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern. Sie öffnen sich rasch bei Einbruch der Dunkelheit, erreichen bis Mitternacht ihre volle Größe und verblühen bereits wieder bei Tagesanbruch.

Zusätzlich verbreiten die Blüten ein deutlich wahrnehmbares Vanillearoma. In ihrer tropischen Heimat übernehmen Fledermäuse die Bestäubung, da sie sich von Pollen und Nektar ernähren.

Robuste Alternative mit langer Blütezeit

Im Volksmund wird häufig auch Echinopsis eyriesii als „Königin der Nacht“ bezeichnet. Die robuste und pflegeleichte Art ist weit verbreitet und wird deshalb teilweise auch „Bauernkaktus“ genannt.

Während junge Pflanzen kugelig wachsen, entwickeln ältere Exemplare eine kleine säulenartige Form. Die Blüten erscheinen meist weiß mit leicht violettem Einschlag. Besonders vielfältig zeigen sich jedoch die zahlreichen Echinopsis-Hybriden mit Blütenfarben von Pastelltönen bis hin zu kräftigem Gelb, Orange oder Pink.

Die Blüten erreichen bis zu 15 Zentimeter Durchmesser und können je nach Wetterlage bis zu drei Tage geöffnet bleiben. Einige Sorten verströmen zusätzlich einen angenehmen Duft.

Pflegehinweise für nachtblühende Kakteen

Beide Arten bevorzugen einen sonnigen Standort und sollten von April bis September regelmäßig gegossen werden. Empfohlen wird eine Wassergabe pro Woche.

Von Oktober bis März legen die Pflanzen eine Ruhephase ein. Während dieser Zeit benötigen sie kein Wasser und sollten kühl stehen, beispielsweise im Treppenhaus, Wintergarten oder in ungeheizten Räumen. Da das Wachstum in dieser Phase ruht, reicht auch ein lichtärmerer Standort aus.

Mit Beginn des Frühjahrs sollten die Kakteen wieder sonnig aufgestellt sowie regelmäßig gegossen und einmal monatlich gedüngt werden. Geeignet sind handelsübliche Blumen- oder Kakteendünger.

Für das Substrat empfiehlt die Deutsche Kakteen-Gesellschaft eine Mischung aus Kakteenerde und feinem Kies im Verhältnis eins zu eins.

Große Gemeinschaft für Kakteenfreunde

Die Deutsche Kakteen-Gesellschaft e.V. organisiert bundesweit rund 5.000 Mitglieder in etwa 100 Ortsgruppen. Dort treffen sich Kakteenfreunde zum Erfahrungsaustausch, zu Vorträgen und gemeinsamen Veranstaltungen rund um die Pflanzenwelt.

Weitere Informationen, Ortsgruppenverzeichnisse sowie zusätzliche Tipps rund um Kakteen bietet die Gesellschaft online und über ihre Social-Media-Kanäle an.

30.03.2015

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