Pflanzen und Pflanzenteile

Importe von Pflanzendrinks steigen deutlich an

Der Markt für pflanzliche Drinks wächst stark. Die Importe nach Deutschland haben sich seit 2017 mehr als verdoppelt, mit Belgien, Schweden und Italien als Hauptlieferanten. Auch die Exporte steigen.

Starkes Wachstum bei pflanzlichen Milchalternativen

Der Markt für pflanzliche Drinks, die als Alternative zu Milchprodukten dienen, verzeichnet ein starkes Wachstum. Diese Produkte, basierend auf Soja, Hafer, Mandeln oder Reis, sind zunehmend in deutschen Haushalten präsent.

Entwicklung der Importe

Im Jahr 2020 wurden laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 206,0 Millionen Liter Pflanzendrinks nach Deutschland importiert. Dies entspricht einem Wert von rund 134,0 Millionen Euro und einer Steigerung von 46 % gegenüber dem Vorjahr (141,3 Millionen Liter). Seit der erstmaligen Erfassung dieser Daten im Jahr 2017 haben sich die Importe mehr als verdoppelt, mit einem Anstieg von 130 %. Im Jahr 2017 lag die Importmenge noch bei 89,5 Millionen Litern.

Die wichtigsten Lieferländer für Pflanzendrinks im Jahr 2020 waren Belgien mit 38 % der Gesamtmenge, gefolgt von Schweden mit 24 % und Italien mit knapp 18 %. Schweden verzeichnete dabei einen besonders starken Anstieg der Importmenge von 1,1 Millionen Litern im Jahr 2017 auf 49,7 Millionen Liter im Jahr 2020, wodurch das Land vom sechsten auf den zweiten Rang der wichtigsten Lieferländer aufstieg.

Auch die deutschen Exporte von Milchalternativen erhöhten sich im Jahr 2020 um 35 % auf 118,1 Millionen Liter im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber 2017 gab es eine Zunahme um 83 %.

Vergleich mit Trinkmilch tierischen Ursprungs

Trotz des Trends zu pflanzlichen Alternativen ist die inländische Produktion von Trinkmilch tierischen Ursprungs weiterhin deutlich höher. Im Jahr 2020 wurden 8,2 Milliarden Liter Trinkmilch zum Absatz produziert, weitere 7,2 Milliarden Liter Milch waren für die Weiterverarbeitung bestimmt. Die Produktion von Trinkmilch tierischen Ursprungs war damit etwa 40 Mal so hoch wie die Importe von Pflanzendrinks.

Etwa drei Viertel (73 %) der Trinkmilch entfielen auf Vollmilch und ein gutes Viertel (27 %) auf fettarme Milch. Die Produktionszahlen zeigen einen Trend zur fettarmen Milch: Im Jahr 2017 lag der Anteil der fettarmen Milch an der zum Absatz bestimmten Milchproduktion noch bei 21 %, während der Vollmilch-Anteil bei 79 % lag.

Methodische Hinweise

In der Außenhandelsstatistik werden Pflanzendrinks beziehungsweise Milchalternativen seit 2017 unter den Warennummern WA22029911 und WA22029915 erfasst. In der Produktionsstatistik werden diese Produkte nicht gesondert in einer eigenen Meldenummer geführt, sondern sind Bestandteil der GP-Nr. 110719599, die weitere Produkte umfasst.

02.06.2021

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