Krisenbedingte Effekte beeinflussen die Inflationsentwicklung
Die Inflationsrate wird maßgeblich durch Lieferengpässe und deutliche Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen beeinflusst, insbesondere bei Energieprodukten. Die Auswirkungen des Angriffs auf die Ukraine überlagern zunehmend die coronabedingten Effekte. Die aktuellen Preissteigerungen, insbesondere bei Mineralölprodukten, sind in den Februarergebnissen 2022 noch nicht vollständig abgebildet.
The coronabedingten Effekte werden zunehmend überlagert durch die Auswirkungen des Angriffs von Russland auf die Ukraine. Die aktuellen Preissteigerungen, insbesondere bei den Mineralölprodukten, spiegeln sich in den Februarergebnissen 2022 noch nicht wider.
Energiepreise mit deutlichem Anstieg
Die Preise für Waren insgesamt stiegen von Februar 2021 bis Februar 2022 um 7,9 Prozent. Besonders hervorzuheben sind die Energieprodukte, deren Preise um +22,5 Prozent zulegten (Januar 2022: +20,5 Prozent). Innerhalb eines Jahres verteuerten sich Kraftstoffe um 25,8 Prozent und Haushaltsenergie um 20,8 Prozent.
Im Detail stiegen die Preise für leichtes Heizöl um 52,6 Prozent, Erdgas um 35,7 Prozent und Strom um 13,0 Prozent. Neben krisenbedingten Effekten trug auch die Erhöhung der CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne CO2 zu diesem Preisanstieg bei.
Nahrungsmittel und weitere Güter ebenfalls teurer
Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Februar 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,3 Prozent (Januar 2022: +5,0 Prozent). Verbraucher mussten insbesondere für frisches Gemüse (+11,0 Prozent) sowie für Molkereiprodukte und Butter (+6,7 Prozent) mehr bezahlen.
Neben Energie und Nahrungsmitteln verzeichneten auch Pflanzen und Blumen (+8,7 Prozent), Fahrzeuge (+7,8 Prozent) sowie Kaffeeprodukte (+6,7 Prozent) merkliche Preissteigerungen. Insgesamt verteuerten sich Verbrauchsgüter um 10,5 Prozent und Gebrauchsgüter um 3,0 Prozent.
Inflationsrate ohne Energie bei 3,3 Prozent
Die Preiserhöhungen im Energiesektor hatten einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtinflationsrate. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im Februar 2022 bei +3,3 Prozent gelegen. Ohne Energie und Nahrungsmittel betrug sie +3,0 Prozent.
Dienstleistungen unterhalb der Gesamtteuerung
Die Preise für Dienstleistungen lagen im Februar 2022 um 2,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats und damit unterhalb der Gesamtteuerung. Die Nettokaltmieten, die einen großen Anteil an den Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmachen, verteuerten sich um 1,5 Prozent und dämpften somit die Gesamtteuerung.
Preise für Telekommunikation (-1,0 Prozent) und Leistungen sozialer Einrichtungen (-2,4 Prozent) sanken. Letzteres ist auf die Umsetzung der Pflegereform vom Juni 2021 zurückzuführen. Im Gegensatz dazu stiegen einige Dienstleistungspreise deutlich an, wie die Wartung und Reparatur von Wohnungen und Wohnhäusern (+10,1 Prozent) sowie von Fahrzeugen (+5,3 Prozent).
Preisanstieg zum Vormonat durch Energiepreise
Im Vergleich zum Januar 2022 stieg der Verbraucherpreisindex im Februar 2022 um 0,9 Prozent. Erneut verteuerten sich Energieprodukte (+3,1 Prozent), wobei Verbraucher insbesondere für leichtes Heizöl (+7,0 Prozent) und Kraftstoffe (+3,8 Prozent) mehr bezahlen mussten. Auch die Nahrungsmittelpreise zogen an (+1,0 Prozent, darunter Gemüse: +3,9 Prozent). Ein nennenswerter Preisanstieg wurde zudem bei Pauschalreisen (+9,4 Prozent) verzeichnet.