Gewässerbau und Gewässerpflege

Infoterra und geomer stellen Online-Plattform für Hochwasserinformationen bereit

Infoterra und geomer haben den FloodServer unter floodrisk.eu eingeführt. Die Plattform bietet umfassende, schnell zugängliche Hochwasserinformationen für Europa, um Behörden und Einsatzkräfte bei der Prävention und Reaktion auf Hochwasserereignisse zu unterstützen.

FloodServer: Umfassende Daten für effektives Hochwassermanagement

Die Geoinformationsdienstleister Infoterra GmbH und geomer GmbH haben den FloodServer unter floodrisk.eu eingeführt. Diese Plattform soll umfassende Hochwasserinformationen für Europa bereitstellen, die unkompliziert, schnell und zuverlässig zugänglich sind.

Online stehen detaillierte Karten und Informationen zu vergangenen sowie potenziellen zukünftigen Hochwasserereignissen für Rhein, Elbe und Unterweser zur Verfügung. Ziel ist es, Behörden und Einsatzkräfte mit präzisen Daten über Ausmaß und Auswirkungen früherer Hochwasser zu unterstützen.

Mit möglichst detaillierten Informationen zu Ausmaß und Auswirkung früherer Hochwasserereignisse unterstützen wir die verantwortlichen Behörden und Einsatzkräfte. Obwohl der FloodServer ein drohendes Hochwasser nicht verhindern wird, trägt er doch entscheidend dazu bei, die Auswirkungen zukünftiger Hochwasserereignisse zu minimieren.

Dies erläutert Marek Tinz, Projektleiter bei der Infoterra GmbH. Für die Datenerfassung werden satellitengestützte Kartierungen jüngerer Hochwasserereignisse sowie historische Karten, wie die des Rheinhochwassers von 1881/82, herangezogen.

Je mehr Informationen wir sammeln können, desto genauer lassen sich mögliche Überschwemmungsgebiete definieren.

Durch die Kombination dieser Daten mit aktuellen Landnutzungskartierungen lassen sich potenzielle Schadens- und Gefährdungsgebiete identifizieren. Diese Karten ermöglichen es Behörden, gezielte Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Historische und potenzielle Überschwemmungsgebiete, Schadenspotenziale und aktuelle Landnutzungsinformationen sind über einen Info-Button online abrufbar.

Das Informationssystem bietet eine Suchfunktion zur schnellen Navigation zu bestimmten Orten und ermöglicht den Ausdruck von Karten in hoher Qualität. Der FloodServer richtet sich an eine Vielzahl von Nutzern, darunter lokale Einsatzleiter, Wasserwirtschaftsämter, Katastrophenschützer, Rettungskräfte und europäische Behörden im internationalen Hochwassermanagement.

Wir haben die Plattform in enger Zusammenarbeit mit den zukünftigen Nutzern entwickelt. So können wir heute sicher sein, dass der FloodServer tatsächlich erheblich dazu beitragen wird, Hochwasserereignisse besser zu antizipieren, systematische Schutzmaßnahmen einzuleiten, effiziente Vorbereitungen zu treffen, im Krisenfall gezielt zu reagieren und nicht zuletzt im Nachgang eine optimale Instandsetzung zu gewährleisten.

Dies berichtet Dr. André Assmann, Mitglied der Geschäftsleitung bei geomer. Zu den im FloodServer verfügbaren Informationsebenen haben neben Infoterra und geomer auch Nutzerorganisationen wie die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) und das INTERREG III B Projekt ELLA (ELbe und LAbe) beigetragen. Die Entwicklung moderner Geoinformationsdienste in Kooperation mit Nutzerorganisationen ist ein Bestandteil des europäischen GMES-Programms.

Im Rahmen von GMES arbeiten die Europäische Kommission (EC) und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) an einem langfristigen operationellen europäischen Erdbeobachtungsprogramm. GMES soll europäische Behörden und Verwaltungen mit umwelt- und sicherheitsrelevanten Informationen versorgen.

Der FloodServer wurde im Rahmen der GMES-Projekte RISK-EOS und PREVIEW entwickelt, die sich mit der Validierung von GMES-Anwendungen im Risikomanagement befassen. Der Betrieb des FloodServers erfolgt gemeinsam durch Infoterra GmbH und geomer GmbH und ist kostenlos. Organisationen oder Behörden, die Hochwasser-Gefahrenkarten und Zusatzinformationen für ihren Zuständigkeitsbereich öffentlich zugänglich machen möchten, können die bestehende Plattform des FloodServers nutzen. Für eine individuelle Aufbereitung und Integration von Daten können geringe Kosten anfallen.

12.09.2007

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