Umfassende Forschungsprojekte zur Schädlingsbekämpfung
Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), ein aus Asien stammender Schädling, breitet sich zunehmend in Europa aus und stellt eine erhebliche Bedrohung für den Obst- und Weinbau dar. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden in Bayern umfangreiche Forschungsprojekte initiiert und finanziert.
Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat 600.000 Euro für ein neues, auf drei Jahre angelegtes Forschungsvorhaben bereitgestellt. Ziel ist es, praxisorientierte Schutz- und Bekämpfungsmaßnahmen zu entwickeln. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim ist mit der Durchführung dieses Projekts betraut. Insgesamt stehen im Freistaat Bayern bis 2017 über 850.000 Euro für die Forschung an der Kirschessigfliege zur Verfügung.
„Die Kirschessigfliege kann bei unseren Betrieben große Schäden anrichten, deshalb brauchen wir rasch umsetzbare Lösungen für die Praxis“, so der Minister.
Die LWG arbeitet bei der Erforschung umwelt- und bienenverträglicher Bekämpfungsmethoden eng mit Forschungsanstalten anderer Bundesländer sowie dem Julius Kühn-Institut zusammen. Diese Kooperation soll die Entwicklung effektiver Strategien beschleunigen.
Seit ihrem ersten Auftreten in Deutschland im Jahr 2011 hat sich die Kirschessigfliege stark ausgebreitet. In Bayern wurde sie erstmals 2012 nachgewiesen und verursachte 2014 spürbare Verluste in der Landwirtschaft. Im Gegensatz zur heimischen Essigfliege, die ihre Eier ausschließlich in überreife, verletzte oder faulende Früchte legt, befällt die Kirschessigfliege bereits unbeschädigte Früchte vor der Reife. Bevorzugt werden Kirschen, Pflaumen und Beeren, aber auch Trauben und andere rote Früchte sind betroffen.
Die hohe Vermehrungsrate und die Vielzahl an Wirtspflanzen machen die Kirschessigfliege zu einem besonders gefährlichen Schädling. Bereits seit 2013 betreibt die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft ein intensives Monitoring zur Verbreitung dieses Schädlings, um dessen Ausbreitung genau zu verfolgen und die Forschungsergebnisse gezielt einzusetzen.