Pflanzen und Pflanzenteile

Invasive Sedum-Art breitet sich auf Gründächern aus

11.08.2024

Die invasive Sedum-Art Phedimus spurius breitet sich zunehmend auf Gründächern aus und verdrängt heimische Pflanzen. Experten empfehlen GaLaBau-Betrieben, bei Dachbegrünungen verstärkt auf standortgerechte, heimische Sedumarten zu setzen.

Heimische Sedumarten bieten mehr Biodiversität als invasive Standardpflanzen

Dachbegrünungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Biodiversität und sind fester Bestandteil moderner Bau- und Garten- und Landschaftsbau-Konzepte. Besonders häufig kommen trockenheitsverträgliche Sedum-Arten zum Einsatz, die sich durch ihre Robustheit und Pflegeleichtigkeit auszeichnen.

Allerdings gerät eine weit verbreitete Art zunehmend in die Kritik: die Kaukasus-Glanzfetthenne (Phedimus spurius). Sie wird im Handel häufig unter der Bezeichnung Sedum spurium geführt und zählt zu den Standardpflanzen für extensive Dachbegrünungen und Steingärten.

Verdrängung heimischer Arten

Die Pflanze gilt als invasiv und hat die Fähigkeit, sich sowohl auf Gründächern als auch in der freien Natur stark auszubreiten. Dabei verdrängt sie andere Pflanzenarten, darunter auch seltene und geschützte heimische Arten.

Das Bundesamt für Naturschutz führt die Art auf der sogenannten „Schwarzen Liste“ invasiver Pflanzen und empfiehlt, auf ihren Handel und Einsatz möglichst zu verzichten. In der Praxis führt ihr starkes Wachstum häufig zu einer dominanten, teppichartigen Vegetation mit geringer Artenvielfalt.

Empfehlungen für die Praxis

Für Betriebe im Gartenbau und in der Dachbegrünung ergibt sich daraus ein klarer Handlungsbedarf bei der Pflanzenauswahl. Ziel ist es, ökologisch wertvolle und standortgerechte Begrünungen zu fördern.

Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, bei der Planung und Umsetzung von Dach- und Steingartenbegrünungen gezielt auf heimische Sedum-Arten zurückzugreifen. Diese bieten ebenfalls gute Anpassungsfähigkeit an trockene Standorte, fördern jedoch die Biodiversität deutlich besser.

Eine entsprechende Pflanzenauswahl kann dazu beitragen, monotone Bestände zu vermeiden und langfristig stabile, artenreiche Begrünungen zu etablieren. Für die Praxis stehen geeignete Listen mit empfohlenen heimischen Arten zur Verfügung.

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