Naturschutz, Pflanzen und Pflanzenteile

Invasive Pflanzenarten: Frühzeitige Maßnahmen sparen Kosten

Eine Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) identifizierte 38 invasive Gefäßpflanzenarten, die die biologische Vielfalt gefährden. Frühzeitige Maßnahmen gegen neu auftretende Arten können die Ausbreitung mit geringem Aufwand verhindern und Kosten sparen.

Bewertung invasiver Gefäßpflanzenarten und ihre Auswirkungen

Im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erfolgte eine standardisierte Bewertung der Auswirkungen wild lebender, gebietsfremder Gefäßpflanzenarten auf die Natur. Ziel war es, jene Arten zu identifizieren, die eine erhebliche Gefährdung für die biologische Vielfalt darstellen und somit als invasiv gelten.

Die Studie ergab, dass von rund 430 etablierten gebietsfremden Gefäßpflanzenarten 38 als problematisch eingestuft wurden. Diese Arten beeinflussen Ökosysteme und andere Spezies negativ. 28 dieser 38 invasiven Pflanzenarten haben sich in Deutschland bereits großflächig ausgebreitet.

Da es hier für eine vollständige Beseitigung zu spät ist, werden sich die Maßnahmen auf einzelne schützenswerte Bereiche beschränken müssen.

Bekannte Beispiele dieser invasiven Arten sind der Japan-Staudenknöterich (Fallopia japonica) und die Späte Goldrute (Solidago gigantea), die in vielen Landschaften bereits weit verbreitet sind. Auch der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) sowie verschiedene Baumarten sind auf der vom BfN veröffentlichten Managementliste aufgeführt.

Maßnahmen zur Eindämmung und Prävention neuer invasiver Arten

Ein neues Forschungsvorhaben des BfN untersucht nun konkrete Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung dieser invasiven Arten zu verhindern und deren Auswirkungen zu minimieren. Zehn weitere gebietsfremde Gefäßpflanzenarten, die ebenfalls als invasiv gelten, weisen bisher nur vereinzelte oder wenige, teils weit voneinander entfernte Vorkommen auf. Ihre aktuelle Verbreitung wird noch als kleinräumig eingeschätzt.

Diese Arten wurden auf einer sogenannten Aktionsliste zusammengefasst.

Diese invasiven Pflanzenarten stehen erst am Anfang ihrer Ausbreitung. Damit besteht die berechtigte Chance, mit relativ geringem Aufwand die Gefährdung der biologischen Vielfalt durch eine vollständige Beseitigung frühzeitig abzuwehren.

Auf dieser Aktionsliste finden sich unter anderem Wasserpflanzen wie der Große Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides) und strauchartige Pflanzen wie der Pontische Rhododendron (Rhododendron ponticum).

Die meisten invasiven Gefäßpflanzen wurden ursprünglich als Zier- oder Nutzpflanzen nach Deutschland eingeführt. Oft sind sie aus Gärten und Parks verwildert oder wurden durch unsachgemäße Entsorgung von Grünschnitt bewusst in die freie Natur eingebracht.

Hier sind wir auch auf die Bürgerinnen und Bürger angewiesen: Am besten ist der völlige Verzicht auf invasive Pflanzenarten im Garten und Aquarium, zumal es genügend attraktive Alternativen unter unseren heimischen Arten gibt.

Die Ergebnisse des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens sind in einem BfN-Skript mit der Nummer 352 verfügbar. Die gedruckte Fassung kann kostenlos beim Bundesamt für Naturschutz bezogen oder online heruntergeladen werden.

26.11.2013

Zurück