Ergebnisse der Datenerhebung zum Torfeinsatz
Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. und die Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen (GGS) haben die Ergebnisse ihrer jährlichen Datenerhebung zur Produktion und zum Torfeinsatz bei Substratherstellern für das Jahr 2022 veröffentlicht. Die Auswertung zeigt eine anhaltende Bedeutung von Torf im professionellen Gartenbau.
Während der durchschnittliche Torfanteil in Hobbyerden auf 43 Prozent gesunken ist, verzeichnet die Statistik für den Profibereich einen Torfanteil von 77 Prozent, was einem Rückgang von lediglich einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr (78 Prozent) entspricht. Holzfasern sind dabei der primäre Torfersatzrohstoff. Der Anteil torffreier Erden am professionellen Gesamtmarkt beträgt lediglich 3 Prozent.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 8,1 Millionen Kubikmeter Substrate deutscher Herstellung verkauft. Der Gesamtabsatz im deutschen Markt blieb mit zwei Millionen Kubikmetern konstant.
Herausforderungen bei der Torfreduktion
Laut IVG-Abfrage konnten 2022 keine wesentlichen neuen Quellen für Holzfasern, Grüngutkompost und Rindenhumus erschlossen werden. Potenziale für weitere Importe von Kokosprodukten (Kokosmark und Kokosfasern) als Torfersatz wären auf dem Weltmarkt verfügbar.
Die größten Hindernisse für eine schnellere Torfreduktion im Profisegment sind die unklaren Bedingungen für den Erwerbsgartenbau, wie die Kultursicherheit zu gewährleisten ist. Hinzu kommen die fehlende Verfügbarkeit von Ersatzrohstoffen in den benötigten Qualitäten. Zudem bräuchten wir eine höhere Akzeptanz für den Einsatz von Kokosmaterialien.
Dies fasst Philip Testroet, Referatsleiter Gartenbau und Umwelt beim IVG, zusammen. Er betont die Notwendigkeit, sich an Pilot- und Forschungsvorhaben zu orientieren, um das Ziel einer 30-prozentigen Torfersatzquote bis 2030 zu erreichen. Dafür sei ein kontinuierlicher Reduktionsfortschritt erforderlich.
Absatzzahlen 2022 im Detail
Von den abgefragten Firmen wurden 2022 in Deutschland 8,1 Millionen Kubikmeter Substrate abgesetzt. Davon entfielen etwa 3,8 Millionen Kubikmeter auf Hobbyerden und 2 Millionen Kubikmeter auf Kultursubstrate für den Profibereich im deutschen Markt. Zusätzlich wurden rund 2,3 Millionen Kubikmeter Substrate exportiert.
Die Produktion umfasste etwa 1,1 Millionen Kubikmeter torffreie Substrate im Hobbybereich und 100.000 Kubikmeter für den Erwerbsgartenbau.
Korrektur der Zahlen für 2021
Der zuvor kommunizierte Wert für das Jahr 2021 wurde korrigiert. Die tatsächlich verkaufte Menge an Substraten deutscher Herstellung lag bei 9,1 Millionen Kubikmetern, anstatt der ursprünglich angegebenen 12 Millionen Kubikmetern. Diese Differenz resultiert hauptsächlich aus einem geringeren Absatz von Profisubstraten im Exportgeschäft. Ein weiterer Faktor ist die Verlagerung der Torfgewinnung und zunehmend auch der Substratproduktion für den Export in andere Länder.
