Optimale Bedingungen für Gehölze im Herbst
Mit dem kalendarischen Herbstanfang beginnt eine Phase, in der die Natur ihre Farbenpracht entfaltet. Diese entsteht, wenn Gehölze vor dem Laubabwurf Nährstoffe aus den Blättern ziehen und dabei Farbpigmente wie rote Anthocyane oder gelbe Karotinoide sichtbar werden. Während das oberirdische Wachstum der Pflanzen im Herbst abgeschlossen wird, setzt sich das Wurzelwachstum fort.
Frisch gepflanzte Gehölze nutzen die spätherbstliche Bodenwärme und das winterfeuchte Bodenklima, um an frostfreien Tagen neue Wurzeln zu bilden. Dies fördert eine optimale Wasser- und Nährstoffaufnahme im Frühling und sichert einen Entwicklungsvorsprung beim Austrieb. Daher gilt der Herbst als wichtige Pflanzzeit.
Florian Neumann, Baumschul-Gärtnermeister und Inhaber von Neumanns Gartenwelt in Tornesch, beobachtet eine Veränderung im Nachfrageverhalten privater Verbraucher. Der Spontankauf gewinnt an Bedeutung, wobei Pflanzen mit Sofortwirkung bevorzugt werden.
Pflanzen mit Sofortwirkung gehen am besten, weil die Kunden direkt sehen was sie bekommen. Das sind zum Beispiel Gehölze mit langer Blühdauer oder tollem Fruchtbehang. Gleichzeitig sollen die Pflanzen leicht händelbar und pflegeleicht sein. Diese Anforderungen versuchen die hiesigen Jungpflanzenbaumschulen zu berücksichtigen und jährlich kommen neue Sorten auf den Markt, sodass nahezu alle Verwendungsmöglichkeiten abgedeckt werden können.
Axel Huckfeldt, Vorsitzender des BdB Landesverbandes Schleswig-Holstein, betont die Vorteile der Herbstpflanzung, insbesondere für größere Gehölze.
Dabei sollte vor allem auch die Chance, die das Pflanzen im Herbst gerade für größere Gehölze bietet, nicht in Vergessenheit geraten. Jetzt steht die gesamte Breite unserer holsteinischen Produktion zur Verfügung. Von wurzelnackt, mit (Erd) Ballen oder im Topf (Container) und das in allen denkbaren Größen und Stärken.
Neumann und Huckfeldt präsentierten in Musterbeeten Kombinationen von Gehölzen, die im Herbst eine besondere Farbenpracht entwickeln. Dazu gehörten die Ahornsorte Acer rubrum ‚October Glory‘ und der Cercidiphyllum japonicum, bekannt als Kuchenbaum. In Verbindung mit Gräsern und Rispenhortensien, wie der Sorte ‚Sundae Fraise‘, ergeben sich vielfältige Farb- und Blütenbilder. Zudem demonstrierten sie praktische Aspekte der Gehölzpflanzung.
Eine Herbstpflanzung kann den Pflegeaufwand im Folgejahr halbieren. Kunden können sich in Gartenfachmärkten beraten lassen oder einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb beauftragen. Axel Huckfeldt wies zudem auf das erhöhte Aufkommen von Baumschulfahrzeugen in den kommenden Wochen und Monaten hin.
Im Namen meiner Berufskollegen und Berufskolleginnen bitte ich die Bewohner des Pinneberger Baumschullandes um Geduld und Nachsicht. Jeder bewegte Baum ist ein Zeichen für die Wirtschaftskraft unserer Betriebe! Er sichert die Einkommen unserer Mitarbeiter und damit letztlich auch die Besonderheit unserer Kulturlandschaft als einem der größten Baumschulgebiete Europas.
