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Apfelernte in Deutschland: Qualität und Vielfalt im Fokus

Die Apfelernte in Deutschland hat begonnen, mit vielversprechenden Aussichten für Qualität und Menge. Erfahren Sie mehr über die beliebtesten Sorten, Anbaugebiete und die Bedeutung heimischer Äpfel für Verbraucher und Umwelt.

Die beliebtesten Apfelsorten 2020 im Überblick

Die meistgekauften Apfelsorten im Jahr 2020 waren:

  • Elstar (17,7 %)
  • Braeburn (12,5 %)
  • Gala (12,3 %)
  • Jonagold/Jonagored (8,4 %)
  • Pink Lady/Cripps Pink (6,7 %)
  • Golden Delicious (2,6 %)
  • Kanzi (2,1 %)
  • Pinova (1,4 %)
  • Cox Orange/Holsteiner Cox (1,2 %)
  • Cameo, Rubens, Honeycrunch (0,5 %)

Einblicke in die deutschen Apfelanbaugebiete und Ernteprognosen

In den verschiedenen deutschen Anbauregionen zeichnet sich eine vielversprechende Saison ab.

Laut erster Ernteprognose werden am Bodensee für die kommende Saison 2021/2022 etwa 3% mehr Tafeläpfel als im Vorjahr erwartet. Die Kaliber werden etwa gleich groß sein, wie in der aktuellen Saison. Die äußeren und inneren Qualitäten der Früchte sind laut Prognose gut bis sehr gut. Der Erntestart beginnt voraussichtlich ein bis zwei Wochen später als im vergangenen Jahr.

Dies berichtet Alessia Marquart, Leitung Marketing bei der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft mbh.

In Brandenburg wird der Erntebeginn für Ende des Monats erwartet. Patrick Ruffert, Geschäftsführer der MEV Wesendahl, erklärt:

Wir freuen uns in diesem Jahr auf eine den Ertragspotentialen angepasste und gute Apfelernte in den Anlagen unserer Produzenten. Nach drei besonders herausfordernden Jahren in Hinblick auf die Witterung sehnen wir uns wieder nach einer normalen, qualitativ und quantitativ guten Ernte. Noch liegen einige Wochen vor uns, aber die Vorzeichen stehen gut.

Auch in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt blickt man optimistisch auf die kommende Saison. Steffen Aurich, Geschäftsführer der VEOS Vertriebsgesellschaft für Obst mbH Dresden, äußert sich zur Situation in den östlichen Bundesländern:

Die Vertriebsgesellschaft für Obst mbH (VEOS) mit Ihren Erzeugern in Sachsen und Thüringen, Sachsen Anhalt und Brandenburg erwartet insgesamt eine knappe Normalernte mit vermutlich guten Qualitäten. Größere, frostbedingte Ausfälle hat es nur bei unseren Erzeugern in Brandenburg gegeben. Neu installierte Verpackungstechnik in den verschiedenen Packstationen sichert die weitere Reduzierung von Folien und folgt damit den Wünschen unserer Kunden.

Aus dem Norden berichtet Jens Anderson, Marketingleiter von Elbe-Obst:

Die rund 500 Obstbaubetriebe im Alten Land erwarten im Herbst eine Erntemenge von etwa 308.000 Tonnen Äpfel. Wir werden damit erneut oberhalb von 300.000 Tonnen liegen und das Vorjahresniveau ganz leicht überschreiten.

Neben Sorten wie Elstar und Red Jonaprince werden weiterhin die norddeutschen Klassiker Holsteiner Cox und Roter Boskoop angebaut. Die Erntemengen neuer Sorten wie Sweetango, Rockit, Fräulein und Kissabel nehmen ebenfalls zu, obwohl deren Anlagen noch nicht im Vollertrag stehen.

Positive Aussichten kommen auch aus dem Westen. Arthur Heinze, Vertriebsleiter Obst bei Landgard West Obst & Gemüse, freut sich auf die Apfelsaison:

Die Kulturen stehen bei der aktuellen Witterung kaum unter Stress, daher erwarten wir insgesamt eine sehr gute Ernte. Los geht es schon Mitte August mit der frühen Sorte Delbar Estivale, danach folgen Elstar und Gala Anfang bis Mitte September. Bisher sind die Qualitäten sehr gut und die Früchte zeigen vor allem eine schöne Färbung. Durch die häufigen Niederschlägen der letzten Wochen rechnen wir außerdem in dieser Saison mit mehr Äpfeln mit größeren Kalibern.

Apfelerzeuger Matthias Sonntag aus Wachtberg bestätigt die positive Wirkung der feuchten Witterung auf das Kernobst:

Der viele Regen ist für unsere Äpfel auf jeden Fall förderlich und es gibt tendenziell jetzt mehr gutes Obst. Unsere neue Clubsorte Evelina bietet uns mehr Ertragssicherheit und dank neuer Hagelnetze sind wir bisher auch ohne nennenswerte Schäden durch die Saison gekommen. Damit kann unsere erste Evelina-Saison nun starten.

Der Apfel im Fakten-Check: Wissenswertes und Statistiken

Rund 87 % aller Deutschen kaufen Äpfel, durchschnittlich 14,8 Mal pro Jahr, wobei sie jeweils 1,4 Kilogramm erwerben. Der Großteil der Käufe (86 %) erfolgt im Lebensmitteleinzelhandel. Die meisten Apfelkäufer leben in Nordrhein-Westfalen (20,8 %), gefolgt von der Region Nordwest (16,8 %) und Bayern (14,8 %). Etwa 61 % aller Äpfel stammen aus heimischer Produktion.

Der beliebteste Apfel ist der Elstar, eine Kreuzung aus Golden Delicious und Ingrid-Marie. Weltweit gibt es über 30.000 Apfelsorten, von denen etwa 15 für den Erwerbsobstbau relevant sind. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland fast eine Million Tonnen (991.451) Äpfel geerntet.

Die größten Anbaugebiete sind Baden-Württemberg mit 12.100 Hektar Anbaufläche und 403.000 Tonnen Ernte sowie Niedersachsen mit 8.064 Hektar und 280.000 Tonnen Ertrag. Auch Nordrhein-Westfalen (2.051 Hektar) und Sachsen (2.387 Hektar) sind bedeutende Produktionsregionen.

Ein Apfelbaum benötigt drei bis fünf Jahre, bis er Früchte trägt. Der Apfel gehört zur Familie der Rosengewächse. Die Kerne des Apfels sind die eigentlichen Früchte; der essbare Teil ist eine Scheinfrucht.

In der griechischen Antike galten Äpfel als Liebesbeweis. Klöster förderten den Apfelanbau in ihren Gärten. Kurfürst August von Sachsen erließ 1582 ein Gesetz, das Ehepaare verpflichtete, je zwei Obstbäume in ihrem Garten anzupflanzen.

Gesundheit, Lagerung und Verwendung von Äpfeln

Äpfel enthalten wenig Fett, dafür viele Kohlenhydrate, Pektine sowie die Vitamine A, B, C und E. Diese wertvollen Stoffe befinden sich hauptsächlich in oder direkt unter der Schale, weshalb der Apfel mit Schale verzehrt werden sollte.

Frische Äpfel erkennt man an einer festen, glänzenden Schale. Äpfel aus deutscher Produktion werden nicht gewachst, können aber eine natürliche Wachsschicht bilden. Zur Lagerung bevorzugen Äpfel kühle und dunkle Orte wie einen Keller oder eine frostsichere Garage bei etwa 4 °C. Äpfel sollten einzeln gelagert werden, da sie Ethylengas abgeben, das die Reifung anderer Früchte beschleunigt.

Für Rohkostgerichte eignen sich feste Äpfel wie Evelina und Fuji. Der süß-säuerliche Braeburn passt gut zu kräftigem Käse, während der saftige Delbarestival im Obstsalat schmeckt. Aufgeschnittene Äpfel können mit Zitronensaft beträufelt werden, um braune Stellen zu vermeiden.

Zum Backen eignen sich säuerliche Sorten wie Boskoop, Elstar oder Jonagold. Auch Cox Orange, Gloster, Ingrid Marie oder Jonagored runden süße Speisen ab. Für Bratäpfel sind Sorten wie Boskoop oder Holsteiner Cox geeignet, die ihre Form behalten. Für Apfelkompott werden gelbe Sorten wie Golden Delicious empfohlen; das Schälen vor dem Einkochen ist nicht notwendig, da Pektine unter der Schale das Gelieren fördern.

In herzhaften Gerichten harmonieren süße Sorten wie Golden Delicious, Cameo, Pinova und Shampion gut mit Rotkohl, Schweinebraten oder Speckpfannkuchen. Für das rheinische Gericht „Himmel un Ääd“ werden Äpfel wie Gala oder Cox Orange verwendet.

Der Tag des Deutschen Apfels wird jedes Jahr im Januar gefeiert. Für Allergiker sind Sorten wie Gravensteiner oder Santana empfehlenswert. Äpfel sind Lagerobst und dank moderner Lagertechnologien mit Kälte- und Sauerstoffregulierung bis zu einem Jahr haltbar.

17.08.2021

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