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Jörg-Andreas Krüger ist neuer NABU-Präsident

Jörg-Andreas Krüger wurde einstimmig zum neuen Präsidenten des NABU gewählt. Er tritt die Nachfolge von Olaf Tschimpke an und fordert einen intensiveren Dialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft, um gemeinsam Lösungen für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft zu finden.

Hintergrund und Ziele des neuen NABU-Präsidenten

Krüger war in den vergangenen sechs Jahren beim WWF tätig, zuletzt als Geschäftsführer für den Bereich „Ökologischer Fußabdruck“. Zuvor war er von 2004 bis 2013 Fachbereichsleiter für Naturschutz- und Umweltpolitik im NABU-Bundesverband und ab 2010 zusätzlich stellvertretender Bundesgeschäftsführer. Der Diplom-Ingenieur für Landschaftsarchitektur und ausgebildete Verwaltungsbeamte ist seit 1982 Mitglied im NABU.

Krüger sprach sich für einen intensiveren Dialog zwischen Naturschutz und Landwirtschaft aus. Er betonte die Notwendigkeit, gemeinsam Lösungen für mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft zu finden.

Ich bin überzeugt, dass wir mehr Vielfalt in der Agrarlandschaft nur gemeinsam erhalten können. Ich bin bereit, daran mitzuwirken, dass die Gräben weniger tief werden.

Gleichzeitig forderte er eine Neuausrichtung der EU-Agrarfinanzen, um Veränderungen in der Bewirtschaftung zu unterstützen. Das Insekten- und Vogelsterben dulde keinen Aufschub, und die Landwirtschaft benötige eine Zukunftsperspektive.

Eine intensive Landnutzung ohne dabei den Naturschutz zu berücksichtigen, ist nicht mehr zeitgemäß. Viele Landwirtinnen und Landwirte arbeiten bereits mit neuen Ideen und Konzepten daran, der Natur wieder mehr Raum zu geben. Ich erwarte auch vom Bauernverband konkrete Lösungsvorschläge, wie er sich eine zukunftsfähige Agrarförderung unter Berücksichtigung des Erhalts unserer Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt vorstellt.

Der NABU fordert, EU-Steuergelder für die Landwirtschaft künftig stärker an Leistungen und Maßnahmen für den Schutz von Wasser, Klima und Arten zu binden.

Bedeutung der Maueröffnung für den Naturschutz

In seiner Antrittsrede würdigte Krüger zudem die Bedeutung der Maueröffnung vor 30 Jahren für den Naturschutz und den NABU.

Ohne die Naturschützerinnen und Naturschützer der DDR wäre aus dem westdeutschen Deutschen Bund für Vogelschutz nicht der heutige NABU entstanden.

Er verwies auf das historische Zeitzeugen-Projekt „Naturschutz in der Wende“, das die Nachwendezeit und das Zusammenwachsen der ost- und westdeutschen Naturschützer dokumentiert.

Weitere Personalien im Präsidium

Christian Unselt wurde in seinem Amt als NABU-Vizepräsident bestätigt. Neue Vizepräsidentinnen sind Petra Wassmann und Nicole Spundflasch. Zum Schatzmeister wurde Ingo Ammermann gewählt. Weitere Präsidiumsmitglieder sind Carsten Böhm, Alexander Porschke, Christine Sauer, René Sievert und Thomas Holz.

11.11.2019

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