Bau- und Forstmaschinensparte von schwacher Weltkonjunktur deutlich belastet
John Deere hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2016 einen deutlichen Rückgang bei Gewinn und Umsatz verzeichnet. Der auf Deere & Company entfallende Gewinn sank bis zum 31. Januar auf 254,4 Millionen US-Dollar nach 386,8 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie reduzierte sich von 1,12 auf 0,80 US-Dollar.
Die weltweiten Umsätze und sonstigen Erlöse gingen um 13 Prozent auf 5,252 Milliarden US-Dollar zurück. Die Maschinenumsätze erreichten 4,769 Milliarden US-Dollar und lagen damit ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 5,605 Milliarden US-Dollar.
„Die Ergebnisse des ersten Quartals spiegeln die Auswirkungen der anhaltenden Konjunkturschwäche der weltweiten Agrarwirtschaft und des Baumaschinengeschäftes wider“, so Samuel R. Allen, CEO und Verwaltungsratsvorsitzender von Deere & Company.
Allen betonte zugleich, dass alle Unternehmenssparten weiterhin profitabel arbeiteten. Grundlage dafür seien eine konsequente Umsetzung der Geschäftspläne sowie Maßnahmen zur Schaffung flexiblerer Kostenstrukturen.
Rückgänge in allen Maschinensparten
Die Umsätze der weltweiten Maschinensparten sanken im ersten Quartal insgesamt um 15 Prozent. In Nordamerika lagen die Erlöse 18 Prozent unter Vorjahr, außerhalb der Vereinigten Staaten und Kanadas betrug das Minus 9 Prozent. Belastend wirkten sich dabei insbesondere ungünstige Wechselkurse aus.
Der Betriebsgewinn der Maschinensparten reduzierte sich von 414 Millionen auf 214 Millionen US-Dollar. Hauptursachen waren geringere Liefermengen, Wechselkurseffekte sowie ein weniger vorteilhafter Produktmix. Positiv wirkten sich dagegen bessere Preise sowie niedrigere Vertriebs-, Verwaltungs- und Produktionskosten aus.
Der Gewinn der Maschinensparten erreichte 127 Millionen US-Dollar nach 241 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Ein günstigerer effektiver Steuersatz konnte den Rückgang teilweise kompensieren.
Finanzierungsgeschäft ebenfalls unter Druck
Auch das Finanzierungsgeschäft entwickelte sich schwächer. Der auf Deere & Company entfallende Gewinn sank auf 129,4 Millionen US-Dollar gegenüber 156,8 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Belastet wurde das Ergebnis durch ungünstige Umrechnungskurse, höhere Verluste bei Restwerten aus Leasingverträgen für Baumaschinen, geringere Zinsspannen sowie höhere Rückstellungen zur Deckung von Kreditrisiken. Niedrigere Verwaltungs- und Vertriebskosten wirkten dem teilweise entgegen.
Deutliche Rückgänge bei Bau- und Forstmaschinen
Im Segment Landmaschinen sowie Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege gingen die Umsätze um 12 Prozent zurück. Ausschlaggebend waren vor allem geringere Liefermengen und negative Wechselkurseffekte.
Der Betriebsgewinn dieser Sparte sank von 268 Millionen auf 144 Millionen US-Dollar. Belastend wirkten sich neben geringeren Auslieferungen auch ein weniger günstiger Produktmix aus. Bessere Preise sowie reduzierte Kosten konnten die Entwicklung nur teilweise ausgleichen.
Besonders deutlich fiel der Rückgang im Bereich Bau- und Forstmaschinen aus. Die Umsätze der Sparte lagen 23 Prozent unter Vorjahr. Der Betriebsgewinn verringerte sich von 146 Millionen auf 70 Millionen US-Dollar.
Für den Garten- und Landschaftsbau relevante Entwicklungen im Bereich Bau- und Forstmaschinen spiegeln damit die schwächere Nachfrage in mehreren internationalen Märkten wider.
Schwache Branchenentwicklung belastet Ausblick
Für das Gesamtjahr 2016 rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang der Maschinenumsätze um rund 10 Prozent. Im zweiten Quartal erwartet Deere ein Minus von etwa 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der auf Deere & Company entfallende Jahresgewinn soll voraussichtlich rund 1,3 Milliarden US-Dollar erreichen.
„Obschon sich das Unternehmen einem herausfordernden Jahr 2016 gegenüber sieht, dürften unsere Ergebnisse deutlich besser ausfallen als bei vorangegangenen Marktrückgängen“, so Allen.
Der Vorstandsvorsitzende verwies auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens mit zusätzlichen Erlösquellen sowie Investitionen in innovative Produkte, neue Technologien und internationale Märkte.
Weltweite Nachfrage bleibt schwach
Im Bereich Landmaschinen sowie Maschinen für die Rasen- und Grundstückspflege erwartet Deere im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von etwa 10 Prozent. In den USA und Kanada dürften die Branchenumsätze um 15 bis 20 Prozent sinken. Gründe dafür sind niedrige Erzeugerpreise und stagnierende Einkommen in der Landwirtschaft.
In den EU28-Staaten rechnet das Unternehmen mit stabilen bis leicht rückläufigen Umsätzen. Belastend wirken sich auch hier niedrige Erzeugerpreise sowie der anhaltende Druck auf Milcherzeuger aus.
In Südamerika sollen die Branchenumsätze für Traktoren und Mähdrescher um 10 bis 15 Prozent zurückgehen. Als Ursachen nennt Deere die wirtschaftliche Schwäche sowie Unsicherheiten bei staatlichen Finanzierungshilfen in Brasilien.
Für Asien wird eine stagnierende bis leicht rückläufige Entwicklung erwartet. Ausschlaggebend ist unter anderem die schwächere Konjunktur in China.
Im Segment Bau- und Forstmaschinen rechnet das Unternehmen weltweit mit einem Umsatzrückgang von rund 11 Prozent. Belastend wirken sich insbesondere die schwache Entwicklung im nordamerikanischen Energiesektor sowie rückläufige Umsätze außerhalb Nordamerikas aus.
Das weltweite Forstmaschinengeschäft dürfte nach Einschätzung des Unternehmens um 5 bis 10 Prozent unter dem starken Vorjahresniveau liegen. Verantwortlich dafür ist vor allem die schwächere Nachfrage in den USA und Kanada.
