Pflanzen und Pflanzenteile

Exotische Obstarten erweitern das Erntespektrum in Bayern

Neben Äpfeln und Wein gewinnen in Bayern auch exotische Früchte an Bedeutung. Kiwibeeren, Indianerbananen und Feigen zeigen im Versuchsanbau vielversprechende Ergebnisse und könnten künftig den regionalen Obstbau erweitern.

Versuchsanbau zeigt Potenzial für neue Kulturen unter bayerischen Bedingungen

In Bayern läuft die Erntesaison auf Hochtouren. Neben der klassischen Apfel- und Weinlese rücken zunehmend auch ungewöhnliche Obstarten in den Fokus. Auf rund 1.200 Hektar werden im Freistaat bis zu 50 Apfelsorten produziert, während im Versuchsbetrieb der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Thüngersheim sogar über 250 Sorten untersucht werden.

Das Spektrum reicht von etablierten Sorten wie Topaz, Gala und Elstar bis hin zu historischen Varianten wie Gravensteiner, Goldparmäne und Boskoop. Ergänzt wird das Sortiment durch neue Züchtungen, darunter rotfleischige Äpfel, die aktuelle Verbrauchertrends bedienen.

Neue Kulturen im Praxistest

Über die klassischen Kern- und Steinobstarten hinaus erprobt die LWG seit Jahren den Anbau exotischer Früchte unter bayerischen Klimabedingungen. Dazu zählen insbesondere Kiwibeeren und Indianerbananen, deren Kultivierung bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten begonnen wurde.

Die Einführung neuer Kulturen in den Erwerbsanbau erfordert langfristige Versuche und eine sorgfältige Bewertung. Neben der Anbaueignung spielen auch Vermarktungschancen sowie die Akzeptanz bei Erzeugern, Handel und Verbrauchern eine entscheidende Rolle.

Kiwibeeren und Indianerbananen entsprechen aktuellen Anforderungen an nachhaltige Produktion, da sie ohne Pflanzenschutzmaßnahmen auskommen. Gleichzeitig treffen sie den Trend zu einer gesundheitsbewussten Ernährung.

Feigenanbau unter fränkischen Bedingungen

Seit dem Winter 2016/17 ergänzt der Feigenanbau die Versuchsflächen in Thüngersheim. Auf dem rund elf Hektar großen Gelände werden robuste Sorten getestet, die auch niedrigeren Temperaturen standhalten sollen.

Ziel ist es, Sorten zu identifizieren, die Frostperioden bis zu minus 15 Grad Celsius überstehen können. Damit könnte langfristig eine neue Kultur für den regionalen Anbau erschlossen werden, die bislang vor allem aus wärmeren Klimazonen bekannt ist.

Die bisherigen Ergebnisse fallen vielversprechend aus: Die Pflanzen zeigen eine gute Entwicklung, und auch die Erntequalität überzeugt. Damit gewinnt der Anbau exotischer Früchte im bayerischen Gartenbau weiter an Bedeutung und eröffnet zusätzliche Perspektiven für Betriebe.

10.09.2018

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

An der Steige 15
97209Veitshöchheim
Deutschland

Tel.:+49 931 9801-0
Fax:+49 931 9801-3100

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