Die Grüne Stadt

Wissenschaftspreis 2023: Forschung zu Kleingärten ausgezeichnet

Der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V. hat vier Forschungsarbeiten mit dem Wissenschaftspreis 2023 gewürdigt. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis zeichnet herausragende Forschung zum Kleingartenwesen aus und liefert wichtige Impulse für die Stadtplanung.

Bedeutung der Forschungsergebnisse für die Kleingartenentwicklung

Der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V. (vormals Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V.) hat auf seinem Verbandstag am 9. September 2023 in Berlin vier Forschungsarbeiten mit dem Wissenschaftspreis 2023 gewürdigt. Der mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Preis zeichnet herausragende Forschung zum Kleingartenwesen aus. Die prämierten Arbeiten wurden aus fast 40 Einreichungen ausgewählt.

Dirk Sielmann, der wiedergewählte Präsident des Verbandspräsidiums, betonte die Bedeutung der Forschungsergebnisse. Diese lieferten nicht nur Erkenntnisse und Impulse für die Gestaltung von Kleingärten, sondern untermauerten auch die Relevanz von Kleingärten als Form der Flächennutzung in verdichteten Ballungsräumen.

Kleingärten in der Stadtplanung und als Kohlenstoffspeicher

Den ersten Preis erhielt Simon Bäsler für seine Masterarbeit „Kleingärten in wachsenden Städten, Funktionen und Perspektiven am Beispiel der Stadt Augsburg“. Er zeigte auf, wie Kleingartenanlagen durch stärkere Berücksichtigung in der Stadtplanung ihren gesellschaftlichen, ökologischen und sozialen Wert entfalten können.

Der zweite Preis ging an Wissenschaftsteams der Humboldt-Universität zu Berlin für die Projekte „Planungsinstrument für das CO2-Management der natürlichen Kohlenstoffspeicher Berlins (NatKoS)“ und „Kohlenstoff in versiegelten und entsiegelten Böden Berlins (Kosie)“. Die Arbeiten belegen, dass Kleingärten mit einem natürlichen Kohlenstoffspeicher von 19,6 kg C/qm eine Spitzenposition unter den untersuchten Flächen einnehmen.

Artenvielfalt und rechtliche Grundlagen

Elke Möllenkamp wurde für ihre Bachelorarbeit „Chancen und Herausforderungen der Umsetzung von Permakultur innerhalb der Strukturen Berliner Kleingartenanlagen – Sichtweisen verschiedener Akteur*innen“ mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Ihre Arbeit beleuchtet das Umsetzungspotenzial von Permakultur in Kleingärten und stellt einen konkreten Produktionsansatz vor.

Ein Anerkennungspreis wurde einem Wissenschaftsteam der Adam Mickiewicz University in Poznan in Kooperation mit dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH (ILS) in Dortmund verliehen. Ihre vergleichende Studie zum Kleingartenwesen in Polen und Deutschland hob die Bedeutung des Bundeskleingartengesetzes hervor, das den Erhalt von Kleingärten unter der Voraussetzung der kleingärtnerischen Nutzung sichert.

Die Forschungsergebnisse richten sich an Kommunen, Kleingartenverbände sowie Landes- und Bundespolitiker. Die eingereichten Arbeiten umfassten Seminar-, Bachelor- und Masterarbeiten sowie Papers, Projektberichte und Dissertationen aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie den Bereichen Planung und Gestaltung.

Ziel des BKD-Wissenschaftspreises

Der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V. vergibt den Wissenschaftspreis alle vier Jahre. Er richtet sich an Wissenschaftler und Studierende, die mit ihren Arbeiten zukunftsweisende Ideen im Sinne der ökologischen, städtebaulichen und sozialen Funktion von Kleingärten entwickeln. Die nächste Ausschreibung ist für den Verbandstag im Jahr 2027 vorgesehen.

Preisträger des Wissenschaftspreises 2023

  • 1. Preis: Simon Bässler: „Kleingärten in wachsenden Städten, Funktionen und Perspektiven am Beispiel der Stadt Augsburg“ (Masterarbeit, Hochschule für Technik Stuttgart, Fakultät Architektur und Gestaltung)
  • 2. Preis: Holger Fell, David-Paul Klein, Juliane Klemm, Christian Klingenfuß, Carlotta Kollmann, Margarete Korintenberg, Tina Thrum, Jutta Zeitz: „Planungsinstrument für das CO2-Management der natürlichen Kohlenstoffspeicher Berlins (NatKoS)“ sowie „Kohlenstoff in versiegelten und entsiegelten Böden Berlins (Kosie)“ (Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät)
  • 3. Preis: Elke Möllenkamp: „Chancen und Herausforderungen der Umsetzung von Permakultur innerhalb der Strukturen Berliner Kleingartenanlagen – Sichtweisen verschiedener Akteur*innen“ (Humboldt-Universität zu Berlin, Lebenswissenschaftliche Fakultät)
  • Anerkennungspreis: Runrid Fox-Kämper, Ewa Kacprzak, Barbara Maćkiewicz, Lidia Poniży, Magdalena Szczepańska: „Between food growing and leisure: contemporary allotment gardeners in Western Germany and Poland”, “How are allotment gardens managed? A comparative study of usage and development in contemporary urban space in Germany and Poland” sowie “Legal regulations and development of German and Polish allotment gardens in the context of the production function” (Adam Mickiewicz University in Poznan, Faculty of Human Geography and Planning und Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH (ILS), Dortmund)

04.10.2023

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