Pflanzen als natürliche Klimaanlagen
Die zunehmende Häufigkeit von Hitzetagen und Tropennächten erfordert eine Anpassung sowohl städtischer Räume als auch privater Gärten. Eine wesentliche Rolle spielen dabei Pflanzen, die aktiv zur Kühlung und Befeuchtung der Umgebungsluft beitragen.
Landschaftsgärtner Ben van Ooijen von den Gärten von Appeltern hebt hervor, dass Pflanzen durch Schattenwurf und die Verdunstung von Wasser über ihre Blätter Wärme aus der Umgebungsluft entziehen. Dies führt zu einem kühleren Mikroklima. Eine Studie der Universität Wageningen bezifferte die Kühlleistung eines großen Baumes mit 20 bis 30 Kilowatt, was der Funktion von zehn Klimaanlagen entspricht.
Grün statt Grau: Das optimale Verhältnis im Garten
Für ein angenehmes Klima im Garten ist ein ausgewogenes Verhältnis von befestigten Flächen zu Pflanzen entscheidend. Van Ooijen empfiehlt ein Verhältnis von etwa 1:3 zugunsten der Pflanzen. Auch auf kleinen, städtischen Grundstücken lässt sich dies umsetzen, indem man in die Höhe pflanzt.
Hecken, Hausbäume, Kletterpflanzen und hohe Gräser können Beläge beschatten und so deren Aufheizung reduzieren. Zudem schaffen Höhenunterschiede Tiefe und Atmosphäre im Garten. Der Experte rät, dass die Hälfte der Gartengewächse höher als 90 Zentimeter sein sollte.
Gestaltung für Privatsphäre und angenehmes Klima
Die Anordnung der Pflanzen spielt eine wichtige Rolle. Eine Reihenpflanzung gleich hoher Gewächse entlang der Grundstücksgrenze bietet zwar Sichtschutz, schafft aber keine echte Privatsphäre. Es ist ratsam, von zu geometrisch-akkuraten Strukturen abzuweichen.
Ein Garten, der vom Haus oder der Terrasse aus komplett einsehbar ist, wirkt eher langweilig - zugleich fühlt man sich überall wie auf dem Präsentierteller. Steht nicht gerade ein Baumriese in der Nähe und beschattet die Gartenmitte, ist es dort im Hochsommer zudem meist nicht auszuhalten. Platziert man jedoch auch inmitten der Fläche hohe Sträucher, kleine Hausbäume, Hecken oder eine berankte Pergola, entstehen Räume mit Gemütlichkeit und einem angenehmen Klima.
Solche Gestaltungsprinzipien führen zu sogenannten Glücksgärten, ein Konzept, das Ben van Ooijen 2011 für seinen Garteninspirationspark „Die Gärten von Appeltern“ entwickelte. Auf dem 22 Hektar großen Gelände bei Nimwegen werden über 200 verschiedene Schaugärten präsentiert, die zeigen, wie diese Grundvoraussetzungen für Gartenglück umgesetzt werden können. Dies gilt für kleine Stadthäuser ebenso wie für große Flächen außerhalb von Ballungszentren und für unterschiedliche Architekturstile.

