Gartengestaltung, Schwammstadt

Zukunftsfähige Grünflächen: Anpassungsstrategien für den GaLaBau

Angesichts zunehmender Hitze, Trockenheit und Starkregenereignisse stehen Gärten und öffentliche Grünflächen vor neuen Herausforderungen. Die Stiftung für Mensch und Umwelt hat Empfehlungen für Planung, Bepflanzung und Pflege veröffentlicht, um positive Effekte zu erzielen.

Anpassungsstrategien für den Garten- und Landschaftsbau

Angesichts zunehmender Hitze, Trockenheit und Starkregenereignisse stehen Gärten und öffentliche Grünflächen vor neuen Herausforderungen. Eine Fortführung bisheriger Praktiken ist nicht zielführend. Bereits geringfügige Anpassungen können jedoch signifikante positive Effekte erzielen.

Die Stiftung für Mensch und Umwelt, die sich seit mehreren Jahren mit der naturnahen Planung und Gestaltung von Grünflächen befasst, hat Empfehlungen für die Bereiche Planung, Bepflanzung und Pflege veröffentlicht.

Planung

Bei der Planung von Grünflächen gewinnt die Schattenplanung an Bedeutung. Bäume sind hierbei essenziell als Schattenspender. Es ist ratsam, sonnenexponierte Pflasterflächen zu beschatten, um eine übermäßige Aufheizung zu verhindern.

Die Versiegelung von Flächen sollte auf ein Minimum reduziert werden. Insbesondere wasserundurchlässige Beläge wie Asphalt sind möglichst zu vermeiden. Bei der Materialwahl für Oberflächen empfiehlt sich die Bevorzugung heller Farbtöne, da diese sich weniger stark aufheizen als dunkle Materialien.

Bepflanzung

Die Pflanzenwahl ist an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Hierzu eignen sich heimische, trockenheitsverträgliche Arten, mediterrane Pflanzen oder Arten aus der eurasischen Steppe. Pflanzungen und Ansaaten sollten bevorzugt im Herbst erfolgen, da die Frühjahrsmonate zunehmend trocken ausfallen.

Fassadenbegrünungen tragen zur Kühlung der Umgebung im Sommer bei und bieten gleichzeitig Lebensraum für Tiere. Dachbegrünungen kühlen Gebäude, dienen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und fungieren zudem als Wasserspeicher und Puffer bei Starkregenereignissen.

Beim Beetaufbau kann ein Magerbeet mit einem wasserspeichernden Kern aus Lehm oder Totholz sinnvoll sein. Es ist zu beachten, dass ein Totholz-Kern sich mit der Zeit durch Verrottung setzt. In bestimmten Fällen, wie etwa bei Gemüsebeeten, kann eine Mulchschicht aus Stroh, Rasenschnitt oder Splitt die Wasserverdunstung reduzieren. Diese Maßnahme kann sich jedoch negativ auf die Tierwelt auswirken.

Pflege

Zur Speicherung von Niederschlägen empfiehlt sich das Sammeln von Regenwasser in Tonnen oder Zisternen. Dieses gesammelte Wasser kann in heißen Dürreperioden als Gießwasser genutzt werden. Wo keine Sammelbehälter möglich sind, sollten Niederschläge in Grünflächen eingestaut werden, um ein langsames Versickern zu ermöglichen (Konzept der "Schwammstadt").

Eine Bewässerung sollte möglichst vermieden werden, da Wasserengpässe in Zukunft häufiger zu erwarten sind. Ausnahmen bilden die Anwachsphase von Stauden und insbesondere Gehölzen, die bis zu zwei Jahre dauern kann und gelegentliches Gießen erfordert. Auch in absoluten Trockenphasen ist eine Bewässerung notwendig. In diesen Fällen ist der Rückgriff auf gesammeltes Wasser vorteilhaft.

Die hier dargestellten Informationen sind ein Auszug aus der Veröffentlichung "Der Handlungsleitfaden: Naturnahe Gestaltung von Wohnquartieren. Praxistipps für Planung, Anlage und Pflege" der Stiftung für Mensch und Umwelt.

05.06.2024

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