Pilotprojekt „Carbon Footprint“ im GaLaBau gestartet
Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. (VGL) initiierte am 14. September 2021 in Zusammenarbeit mit der FutureCamp Climate GmbH das Pilotprojekt „Carbon Footprint“. Ziel war die Ermittlung betrieblicher CO2-Fußabdrücke, um darauf aufbauend Maßnahmen zur aktiven CO2-Reduzierung zu entwickeln.
An diesem Projekt beteiligten sich 15 Mitgliedsbetriebe, das Überbetriebliche Ausbildungszentrum Heidelberg (ÜBA) sowie die Verbandsgeschäftsstelle in Leinfelden-Echterdingen. Die Teilnehmer absolvierten sechs Seminartage an der DEULA in Kirchheim/Teck. Hintergrund des Projekts ist das wachsende Kundeninteresse an klimaschonenden Bauweisen bei der Beauftragung von Außenanlagen. Die GaLaBau-Verbände in Bayern und Baden-Württemberg verfolgen das Ziel, ihre Mitgliedsbetriebe auf dem Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen.
Maresa Münsterer und Michael Gollinger von der FutureCamp Climate GmbH aus München begleiteten die Seminartage. Ein zentraler Schritt war die Erfassung des betriebseigenen CO2-Fußabdrucks, um Ansatzpunkte für eine verbesserte Klimabilanz zu identifizieren. Die Berechnungen basierten auf Emissionswerten und Tools, die wissenschaftlich anerkannten Methoden folgen.
Status Quo und Einflussmöglichkeiten
Die Ergebnisse der Analyse führten zu neuen Erkenntnissen, beispielsweise hinsichtlich der Emissionen, die durch die Anfahrt großer Mitarbeiterzahlen zum Arbeitsplatz entstehen. Die Projekttage waren geprägt von intensiven Diskussionen über Verbesserungsmöglichkeiten.
Überraschend war für uns, dass wir den betrieblichen CO2 -Ausstoß im Moment nur mit 10 Prozent aktiv beeinflussen können.
Dies erklärte Philipp Erhardt, VGL-Vorstand Markt und Wirtschaft. Ein Großteil der Emissionen im GaLaBau entsteht demnach in den Lieferketten oder direkt bei den Herstellern. Im Garten- und Landschaftsbau fallen weder umfangreiche Dienstreisen noch ein übermäßiger Papierverbrauch an.
Ein relevanter Bereich für Einflussnahme ist der eigene Fuhrpark. Hier zeigte sich, dass ein Elektrofahrzeug ein Dieselfahrzeug mit aktueller Abgasnorm in der CO2-Bilanz nur dann übertrifft, wenn es eine entsprechende Kilometerauslastung aufweist und mit Ökostrom betrieben wird. Christoph Walker, VGL-Vorstand Digitalisierung, ergänzte, dass die E-Mobilität bei Baustellenfahrzeugen noch am Anfang steht.
Im ausschreibenden Gewerbe sind Betriebe oft an vorgegebene Produkte gebunden, was den Spielraum für Klimaneutralität einschränkt. Im Privatgartenbereich bieten sich durch Beratung mehr Möglichkeiten.
Der Einsatz heimischer Materialien oder Recyclingprodukte eröffnet weitere Handlungsfelder, jedoch liegen die größten Emissionen auch hier in den Prozessketten. Erhardt fasste zusammen:
Somit durften wir erkennen, dass unser betrieblicher Stellhebel im Moment geringer als erwartet ist.
Er kündigte an, die Weichen im Jahr 2022 entsprechend zu stellen. Walker betonte die Notwendigkeit, das gesamte Hersteller- und Lieferanten-Netzwerk einzubeziehen und möglichst viele Mitgliedsbetriebe sowie das gesamte GaLaBau-Netzwerk für das Thema zu gewinnen. Die teilnehmenden Unternehmer erkannten die Bedeutung eines „mind change“ – einer Neuausrichtung des Denkens und Handelns in Richtung Klimaneutralität. Hierbei nehmen die Betriebe eine Vorreiterrolle ein, um das Bewusstsein bei Mitarbeitern und Kunden zu schärfen.