Förderung von Ökosystemen in ländlichen Gebieten
Das Bundesumweltministerium hat die erste Förderrichtlinie für Kommunen im Rahmen des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) veröffentlicht. Ziel des ANK ist die Wiederherstellung und Bewahrung von Ökosystemen, um deren Beitrag zum Klimaschutz zu stärken.
Die Richtlinie „Natürlicher Klimaschutz in kommunalen Gebieten im ländlichen Raum“ unterstützt Kommunen bei Maßnahmen auf öffentlichen Flächen. Dafür stehen in den kommenden Jahren bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung. Ein weiteres Förderprogramm für Unternehmen startet am 15. Juli im Rahmen des KfW-Umweltprogramms.
Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz nimmt weiter Fahrt auf. Jetzt gehen die ersten beiden Förderrichtlinien an den Start: Kommunen und Unternehmen, die sich für Klimaschutz und Artenvielfalt engagieren möchten, werden wir damit gezielt fördern. Ihr Beitrag ist enorm wichtig, denn gerade in Kommunen im ländlichen Raum gibt es Wälder und Auen, Böden und Moore, die gestärkt werden können.
Die Ministerin hob hervor, dass gezielt Synergien geschaffen werden, um Kohlenstoff zu binden und die biologische Vielfalt zu erhalten. Gesunde Ökosysteme dienen als Lebensraum und als Puffer gegen Klimafolgen, indem sie Wasser speichern und für Abkühlung sorgen. Dies steigere auch die Attraktivität ländlicher Gebiete.
Das kommunale Programm fördert investive Maßnahmen auf großen, nicht wirtschaftlich genutzten öffentlichen Flächen. Dazu gehören die naturnahe Begrünung von Dörfern und Städten sowie die Anlage von Wegrainen und Säumen mit Hecken, Gehölzen und Alleen an landwirtschaftlich genutzten Flächen. Auch die Renaturierung von Fließ- und Stillgewässern sowie die Wiederherstellung natürlicher Bodenfunktionen durch Entsieglung sind Teil der Förderung. Diese Maßnahmen sollen die Attraktivität von Kommunen und ländlichen Räumen erhöhen.
Das Bundesumweltministerium bereitet weitere Fördermaßnahmen im Rahmen des ANK vor, die Angebote zur Klimaanpassung und Stadtnatur, Renaturierungsmaßnahmen für Moore, Wälder und Auen sowie die Entwicklung von Wildnis in Deutschland umfassen. Insgesamt sind für Fördermaßnahmen im ANK bis zu vier Milliarden Euro vorgesehen.
Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung unterstützt Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Stärkung vielfältiger Ökosysteme verbinden. Wälder, Auen, Böden, Moore, Meere, Gewässer und naturnahe Grünflächen binden Kohlenstoff und speichern ihn langfristig. Sie puffern zudem Klimafolgen ab, indem sie Starkregen und Hochwasser aufnehmen und bei Hitze für Abkühlung sorgen. Gleichzeitig erhalten sie Lebensgrundlagen, bieten Lebensräume für Tiere und Pflanzen, speichern Wasser und dienen als Rückzugsorte für Menschen. Das Programm umfasst 69 Maßnahmen in zehn Handlungsfeldern, für deren Umsetzung bis 2026 vier Milliarden Euro bereitstehen.
Zur Deckung des Informations- und Beratungsbedarfs errichtet die ZUG im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) das Kompetenzzentrum für Natürlichen Klimaschutz. Dieses soll als bundesweite Anlaufstelle die Beratung und Förderung von Maßnahmen entlang aller Handlungsfelder des ANK koordinieren und Informations- sowie Vernetzungsangebote bereitstellen. Die Eröffnung des Zentrums ist für Anfang Oktober 2023 in Berlin geplant.
Für die Umsetzung der Fördermaßnahme „Natürlicher Klimaschutz in kommunalen Gebieten im ländlichen Raum“ wurde die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH als Projektträgerin beauftragt.
