Neue Finanzierungswege eröffnen Spielraum für mehr Stadtgrün
Die Finanzierung und Weiterentwicklung von Grüner Infrastruktur gewinnt für Kommunen zunehmend an Bedeutung. Angesichts knapper Haushaltsmittel rücken alternative Finanzierungsinstrumente stärker in den Fokus. Eine aktuelle rechtliche Bewertung zeigt, dass Kompensationsmaßnahmen gezielt für die Entwicklung urbaner Grünflächen eingesetzt werden können.
Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) sieht hierin ein bislang wenig genutztes Potenzial für den Garten- und Landschaftsbau. Ziel ist es, Investitionen in städtisches Grün nachhaltiger und wirtschaftlicher zu gestalten.
Kompensation als Finanzierungsinstrument
Bei Eingriffen in Natur und Landschaft können Verursacher verpflichtet werden, Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen. Diese müssen nicht zwingend im unmittelbaren Umfeld stattfinden, sondern können auch in urbanen Räumen realisiert werden.
Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, Grünflächen in Städten aufzuwerten oder neu zu schaffen. Kommunen können entsprechende Maßnahmen gezielt in ihre Planungen integrieren und als Ausgleichsflächen anbieten.
Rechtliche Grundlage bestätigt
Eine juristische Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Kompensationsmaßnahmen innerhalb bebauter Gebiete rechtlich zulässig sind. Sowohl das Bundesnaturschutzgesetz als auch das Baugesetzbuch bieten hierfür den entsprechenden Rahmen.
Dies umfasst Maßnahmen wie die Entwicklung, Pflege und Aufwertung von Grünflächen in Städten und Gemeinden. Voraussetzung bleibt eine fachliche Prüfung der jeweiligen Projekte.
Chancen für Kommunen und Planung
Kommunen können durch sogenannte Angebotsplanungen geeignete Flächen frühzeitig als Kompensationsräume ausweisen. Diese stehen dann Investoren und Planungsträgern zur Verfügung, um Eingriffe auszugleichen.
Für Städte ergibt sich daraus die Möglichkeit, zusätzliche Finanzmittel für die Pflege und den Ausbau urbaner Grünstrukturen zu generieren, ohne ausschließlich auf öffentliche Haushalte angewiesen zu sein.
„Das Beispiel der Kompensationsmaßnahme zeigt, dass den Kommunen intelligente Finanzierungsmöglichkeiten für öffentliches Grün zur Verfügung stehen – sie müssen nur genutzt werden.“
Bedeutung für die Praxis
Die Nutzung von Kompensationsmaßnahmen kann einen wichtigen Beitrag zur Aufwertung urbaner Räume leisten. Gleichzeitig entstehen neue Perspektiven für die Umsetzung von Projekten im Gartenbau und in der Landschaftsplanung.
Mit Blick auf zukünftige Regelwerke wird erwartet, dass diese Ansätze weiter gestärkt und konkretisiert werden. Für Kommunen und Fachbetriebe eröffnen sich damit zusätzliche Handlungsspielräume bei der Entwicklung nachhaltiger Grünflächen.
