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Verbraucherstimmung verbessert sich zum Jahresende

Die Verbraucherstimmung in Deutschland erholt sich zum Jahresende leicht. Nach vier Rückgängen steigt das Konsumklima wieder, getragen von besseren Konjunktur- und Einkommenserwartungen. Die Anschaffungsneigung bleibt stabil hoch, trotz externer Einflüsse wie Terrorgefahr.

Konjunkturerwartung beendet Talfahrt und steigt wieder

Die Konjunkturerwartung beendete im Dezember eine Serie von sechs Rückgängen. Mit einem Anstieg von 8,2 Punkten klettert der Indikator auf 2,9 Punkte und liegt damit wieder im positiven Bereich, oberhalb des langjährigen Durchschnittswerts von null Punkten. Die Konjunkturstimmung zeigt sich unbeeindruckt von der gestiegenen Terrorgefahr nach den Anschlägen in Paris und dem verstärkten Engagement Deutschlands im Kampf gegen den IS.

Die guten Rahmenbedingungen im Inland gewinnen wieder an Bedeutung. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwartet für das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2016 einen Anstieg von etwa 1,6 Prozent, ähnlich dem des Vorjahres. Dies dürfte die Beschäftigung weiter fördern und die Sorge der Verbraucher um den Arbeitsplatz niedrig halten, was wiederum den Konjunkturoptimismus stützt.

Einkommenserwartung mit deutlichem Zuwachs

Im Zuge der verbesserten Konjunkturaussichten steigt auch die Einkommenserwartung. Dieser Indikator verzeichnet ein Plus von 6,4 Punkten und erreicht 50,8 Zähler. Damit liegt er wieder über der 50-Punkte-Marke, die zuletzt im August dieses Jahres mit 53,5 Zählern überschritten wurde. Der ausgeprägte Einkommensoptimismus resultiert aus einem robusten Arbeitsmarkt, der die Befürchtung eines Jobverlusts und damit eines Einkommensrückgangs minimiert.

Zusätzlichen Auftrieb erhält der Indikator durch die positive Einkommensentwicklung der Beschäftigten. Die tariflichen Zuwächse liegen nominal bei etwa drei Prozent. Zudem tragen die gesunkenen Energiepreise, etwa für Benzin und Heizöl, zu einer geringen Inflation und damit zu deutlichen realen Einkommenszuwächsen bei.

Anschaffungsneigung bleibt stabil hoch

Die gestiegenen Konjunktur- und Einkommenserwartungen tragen dazu bei, dass die Anschaffungsneigung im Dezember ihr hohes Niveau behaupten kann. Der Indikator steigt minimal um 0,1 Zähler auf 49 Punkte und liegt damit zum Jahresende 2015 nahezu auf Vorjahresniveau. Die Konsumlaune der deutschen Verbraucher scheint sich weder durch die Flüchtlingskrise noch durch die Terrorgefahr trüben zu lassen. Ein stabiler Arbeitsmarkt und die Aussicht auf weiter steigende Einkommen in den kommenden Monaten schaffen Planungssicherheit.

Diese Planungssicherheit ist besonders für größere Anschaffungen relevant, insbesondere wenn diese über Kredite finanziert werden. Die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt zudem für ein weiterhin extrem niedriges Zinsniveau. Dies hält die Sparneigung gering, da das Sparen nicht als attraktive Alternative zum Konsum wahrgenommen wird. Die Verbraucher tendieren daher eher zum Geldausgeben. Eine Leitzinserhöhung in den USA wird daran vorläufig nichts ändern.

Konsumklima beendet Abwärtstrend

Für Januar 2016 wird der Gesamtindikator auf 9,4 Punkte prognostiziert, nach 9,3 Zählern im Dezember. Damit beendet das Konsumklima zu Beginn des neuen Jahres seinen viermonatigen Abwärtstrend. Dieser positive Start ins neue Jahr legt die Grundlage dafür, dass 2016 ein gutes Konsumjahr werden kann. Die Binnennachfrage wird weiterhin eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur bleiben. Diese Einschätzung teilen sowohl Forschungsinstitute als auch der Sachverständigenrat in ihren jüngsten Prognosen.

Mögliche Risiken für die Konsumstimmung könnten sich aus der schwierigen internationalen Lage ergeben. Internationale Krisenherde, insbesondere im Nahen Osten, die daraus resultierende Flüchtlingskrise sowie eine steigende Terrorgefahr könnten bei einer weiteren Verschärfung die Verunsicherung der Verbraucher wieder erhöhen und das Konsumklima dämpfen.

22.12.2015

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