Modernes Werk schafft mehr Kapazität und neue Spielräume für weiteres Wachstum
Die Kramer-Werke haben ihren bisherigen Standort in Überlingen aufgegeben und die Produktion nach Pfullendorf verlagert. Der Mutterkonzern Wacker Neuson investierte 35 Millionen Euro in den Neubau und schafft damit eine der modernsten Fertigungsstätten Europas. Bereits heute eröffnet das Werk die Möglichkeit, die Produktionskapazität auf mehr als das Doppelte zu steigern.
Geografisch trennen beide Standorte nur rund 20 Kilometer, in der Produktionstechnik markiert der Umzug jedoch einen deutlichen Entwicklungsschritt. Der 35.000 Quadratmeter große Neubau ist auf eine moderne, effiziente Fertigung von Baumaschinen ausgelegt und bietet zugleich Spielraum für weiteres Wachstum.
Fertigung auf zwei Linien organisiert
In der Produktionshalle wurde der Montagebereich konsequent auf die Fertigung von Radladern und Teleskopen ausgerichtet. Zwei parallel laufende Produktionslinien übernehmen die Montage der Maschinen. Der getaktete Ablauf sorgt für kurze Durchlaufzeiten und einen gleichmäßigen Produktionsfluss.
Dadurch bleiben wir immer flexibel und können exakt und auftragsbezogen produzieren
Anlieferung und Bereitstellung der Bauteile erfolgen nach dem Just-in-Time-Prinzip. Die Teams an den einzelnen Montagestationen arbeiten in Gruppen und können so flexibel auf unterschiedliche Aufträge reagieren. Für den Materialfluss stehen eine präzise abgestimmte Gebäudelogistik, ein Hochregallager und ein überdachtes Großteilelager zur Verfügung.
Von dort gelangen die Komponenten bedarfsgerecht und taktgenau an die Montagelinien. Ein Teil der Bauteile durchläuft zuvor die neue Lackieranlage, die auf 5.000 Quadratmetern eingerichtet wurde. Damit erweitern die Kramer-Werke ihre Fertigungstiefe und sichern Qualität sowie Flexibilität im eigenen Haus.
Mehr Spielraum bei Qualität und Kundenwünschen
Neben dem typischen Kramer-Gelb sind am neuen Standort auch Sonderlackierungen in beliebigen Farben möglich. Das erleichtert die Umsetzung individueller Kundenwünsche und stärkt die Reaktionsfähigkeit der Produktion. Für den professionellen Einsatz in Garten- & Landschaftsbau, Bauwirtschaft und Kommunalbereich ist diese Anpassungsfähigkeit ein wichtiger Faktor.
Vor der Inbetriebnahme durchlaufen alle Maschinen umfangreiche Messungen und Funktionsprüfungen. Dafür wurde der Prüfbereich großzügig dimensioniert. Erst nach erfolgreich absolvierter Kontrolle geht es auf die Teststrecke auf dem Werksgelände, wo die Endabnahme unter praxisnahen Bedingungen erfolgt.
Neues Werk setzt auf Energieeffizienz
Zum Standort gehört außerdem ein 5.000 Quadratmeter großer Verwaltungstrakt mit modern ausgestatteten Büros, Kantine und einem Schulungszentrum für bis zu 80 Personen. Das gesamte Gebäude ist auf aktuelle ökotechnische Standards ausgerichtet. Umweltschutz und Energiesparen sind in allen Bereichen fest eingeplant.
Solarkollektoren auf dem Dach übernehmen die Warmwasserbereitung, Abwasser wird wiederaufbereitet und Regenwasser genutzt. Der Einsatz wasserlöslicher Lacke senkt die Emission von Lösungsmitteln. Zusätzlich wird die Wärme aus den Lackierkabinen zurückgewonnen.
In der Produktionshalle kommen eine im Industriebau noch ungewöhnliche Fußbodenheizung sowie ein intelligentes Lichtmanagementsystem zum Einsatz. Beide Systeme senken den Energieverbrauch und verbessern zugleich Raumklima und Lichtverhältnisse in der Fertigung.
Umzug in kurzer Zeit abgeschlossen
Vom ersten Spatenstich bis zum Produktionsbeginn im April verging nur knapp ein Jahr. Auch der Umzug selbst wurde in kurzer Zeit umgesetzt: Innerhalb einer Woche wurden mehr als 4.000 Tonnen Material und Geräte von Überlingen nach Pfullendorf transportiert. Die 260 Beschäftigten fanden sich schnell am neuen Standort ein.
Heute will keiner mehr zurück
Im Juli bezog die Verwaltung ihre neuen Räume, Anfang September folgte mit dem Ersatzteillager die letzte Abteilung. Für das Unternehmen endet damit die jahrzehntelange Ära in Überlingen, wo seit 1956 produziert wurde. Zuletzt liefen dort mehr als 3.000 Maschinen pro Jahr vom Band.
Kapazität für weiteres Wachstum
In Pfullendorf ist die Produktion auf bis zu 10.000 Maschinen pro Jahr ausgelegt, Erweiterungen auf dem 160.000 Quadratmeter großen Gelände sind jederzeit möglich. Für die Standortwahl war entscheidend, dass die bisherigen Mitarbeiter den neuen Betrieb gut erreichen können und ihr Know-how erhalten bleibt.
Das neue Werk musste für unsere bisherigen Mitarbeiter gut erreichbar sein, denn ihr Know-How wollten wir unbedingt erhalten.
Auch personell soll der Standort wachsen. Bis 2015 rechnet das Unternehmen mit 500 Beschäftigten in Pfullendorf. Bereits heute bilden die Kramer-Werke 30 junge Menschen in kaufmännischen und technischen Berufen aus.
In qualifizierten Mitarbeitern liegt unsere Zukunft
Der Ausbau in Pfullendorf ist Teil einer umfassenden Investitionsstrategie von Wacker Neuson. Auch andere Standorte des Konzerns wurden erweitert oder neu aufgebaut, um sich auf eine steigende Nachfrage nach Baugeräten und kompakten Baumaschinen auszurichten.
Mit dem Kapazitätsausbau richten wir uns bereits heute auf die mittelfristig steigende Nachfrage nach Baugeräten und kompakten Baumaschinen ein
