Kulturlandschaftsprogramm im Märkischen Kreis: Über 1.000 Hektar für den Naturschutz

Naturschutz

Das Kulturlandschaftsprogramm im Märkischen Kreis erreicht einen Meilenstein: Erstmals umfassen die Vertragsnaturschutzflächen über 1.000 Hektar. Mehr als 170 Landwirte tragen durch extensive Bewirtschaftung zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Landwirten und Naturschutz

Das Kulturlandschaftsprogramm im Märkischen Kreis hat sich als Instrument für den Naturschutz etabliert. Erstmals umfassen die Vertragsnaturschutzflächen im Kreisgebiet über 1.000 Hektar. Mehr als 170 Landwirte bewirtschaften diese ökologisch wertvollen Grünlandflächen extensiv.

Die heimischen Landwirte leisten damit auf freiwilliger Basis einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt der vielfältigen Kulturlandschaft in unserer Region.

Dies betont Klaus-Peter Schäckermann vom Fachdienst Naturschutz und Landschaftspflege. Einer der Landwirte mit den größten Vertragsnaturschutzflächen ist Randolf Meier aus Kierspe, der seit Beginn des Programms dabei ist. Er betreut im Raum Kierspe/Meinerzhagen über 20 einzelne Flächen mit mehr als 20 Hektar, darunter auch kleinere und schwierig zu bewirtschaftende Bereiche.

Entwicklung und Umfang des Programms

Der Märkische Kreis führte das Kulturlandschaftsprogramm bereits 1993 als einer der ersten Kreise in Nordrhein-Westfalen mit Genehmigung des Landes ein. Anfänglich umfasste es 120 Hektar Vertragsfläche. Mittlerweile ist die Fläche auf 1.050 Hektar angewachsen und beinhaltet Feuchtgrünland, Magerwiesen, Magerweiden, Kalkhalbtrockenrasen und Heiden.

Bedeutung für die Artenvielfalt

Die extensive Nutzung dieser Flächen ist entscheidend für den Erhalt der Biotope. Auf artenreichem Magergrünland finden sich Pflanzen wie Wollgras oder Orchideen, darunter das Gefleckte Knabenkraut. Extensiv bedeutet, dass weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen. Die Mahd erfolgt frühestens ab Mitte Juni. Auf Weiden ist eine geringe Besatzdichte, beispielsweise maximal drei Rinder pro Hektar, zulässig. Einige Flächen werden auch von Wanderschäfern genutzt. Durch diese Bewirtschaftung bleiben die Flächen Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten und tragen direkt zum Erhalt der Artenvielfalt bei.

Finanzierung und Beratung

Die Vergütungssätze für den Vertragsnaturschutz werden vom Land festgelegt. Je nach Biotop und Bewirtschaftungspaket liegen sie zwischen 300 und 529 Euro pro Hektar und Jahr. Seit 1993 wurden insgesamt 2,4 Millionen Euro an die Teilnehmer ausgezahlt. Davon stammten 940.000 Euro von der Europäischen Union, 1,2 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen und 260.000 Euro vom Kreis. Die Untere Landschaftsbehörde der Kreisverwaltung ist für das Kulturlandschaftsprogramm zuständig. Sie bietet Landwirten naturschutzfachliche Beratung an. Klaus Kraatz und Klaus-Peter Schäckermann stehen als Ansprechpartner für Fragen rund um das Programm zur Verfügung.

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