Urban Gardening im Aufwind: Warum immer mehr Menschen in der Stadt gärtnern
Die DLG-Erlebnisausstellung „Land & Genuss“ informierte vom 28. Februar bis 3. März 2013 auf dem Frankfurter Messegelände über aktuelle Gartentrends und gab Pflanztipps für Kinder und Erwachsene. Das Interesse am Gärtnern, insbesondere in städtischen Gebieten, nimmt zu. Schrebergärten haben ihr Image gewandelt und ziehen vermehrt Akademiker und junge Familien an. Für diejenigen, die keinen eigenen Garten finden oder weniger Zeit investieren möchten, bieten Mietgärten oder der eigene Balkon gärtnerische Möglichkeiten.
Ein Grund für den wachsenden Gärtner-Boom ist die zunehmende berufliche Flexibilität junger Menschen, die häufig ihren Wohnort wechseln. Ein klassisches Eigenheim mit Garten ist für sie oft unattraktiv. Stattdessen wohnen sie zur Miete und pachten sich ein Stück Grün dazu. In Frankfurt verzeichnen Schreberkolonien einen Zulauf junger Gärtner. Dort treffen verschiedene Generationen aufeinander, tauschen Tipps aus und schließen Garten-Freundschaften. Aktuell bewirtschaften in Deutschland rund 15 Millionen Freizeitgärtner eine Fläche von 930.000 Hektar, was etwa 2,6 % der Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland entspricht.
Private Kleingärtner erhalten Unterstützung von Gartenakademien, die in acht Bundesländern existieren. Diese sind in staatliche Versuchs- und Forschungseinrichtungen für Landwirtschaft und Gartenbau oder Landwirtschaftskammern integriert. Sie fördern den Freizeitgartenbau, Vereine und Verbände sowie kommunale und berufsständische Einrichtungen durch ihr Angebot und unabhängige Beratung.
Mietgärten als Alternative
Mietgärten etablieren sich als Alternative zum Schrebergarten. Wer den Fokus auf den Anbau von eigenem Obst und Gemüse legt, kann hierfür einige Quadratmeter Erde mieten. Das Konzept von „Meine Ernte“ ermöglicht es beispielsweise, in Frankfurt Nieder-Erlenbach ein Stück Land zu pachten. Im Mietpreis sind Gartengeräte, die Erstbeschickung der Beete und die Beratung durch einen Landwirt vor Ort enthalten.
Lokaler Genuss direkt vom Balkon
Ein Balkongarten bietet die Möglichkeit, mit geringem Aufwand eigenes Obst, Gemüse und Kräuter anzubauen. Bei der Auswahl der Pflanzen ist es wichtig, die individuellen Anforderungen an Sonneneinstrahlung, Bewässerung und Aussaat zu beachten. Auch der verfügbare Platz auf dem Balkon sollte berücksichtigt werden, um ausreichend Raum für Pflanzen und Möbel zu gewährleisten.
Pflanzen wie Zitronenbäume, Tomaten oder Bohnen benötigen große Töpfe mit viel Erde und einem Abzugsloch für überschüssiges Wasser. Tomaten können entweder aus Samen gezogen oder als Jungpflanzen erworben werden. Beim Selbstziehen sollten die Samen Anfang Februar in kleinen Töpfen in der Wohnung warm gehalten werden. Die Triebe müssen regelmäßig umgetopft werden und können nach den Eisheiligen im Mai auf den Balkon umgesiedelt werden.
Tomatenpflanzen wachsen bei ausreichender Sonneneinstrahlung und Bewässerung schnell. Sie können mit Rankhilfen stabilisiert und müssen regelmäßig von überflüssigen Trieben befreit werden. Die meisten Pflanzen, darunter Lavendel, Tomaten, Paprika und Aubergine, bevorzugen Sonne und Wärme. Sie sollten sich an direkte Sonneneinstrahlung gewöhnen können und werden am besten an einem bewölkten Tag gepflanzt. Basilikum hingegen verträgt direktes Sonnenlicht nicht und sollte an einem halbschattigen, warmen Platz stehen, um bitteren Geschmack zu vermeiden.
Kräuter sind generell einfach anzusiedeln. Ob in Blumenkästen oder dekorativen Töpfen, sie können im Frühjahr direkt in frische Erde gesät werden und sind innerhalb weniger Wochen erntereif. Dill, Petersilie und Schnittlauch gedeihen gut nebeneinander. Thymian, Rosmarin, Lavendel und Oregano sind südländische Kräuter, die viel Sonne und Wärme benötigen und daher gut neben Tomaten, Paprika und Auberginen platziert werden können. Minze wächst schnell und benötigt wenig Pflege, aber nährstoffreichen Boden und gute Bewässerung. Salbei benötigt weniger Wasser und eignet sich für Tee oder als Zutat in Gerichten.
Land & Genuss 2013: Das Beste, was das Land zu bieten hat
Die Erlebnismesse „Land & Genuss“ lud 2013 erneut Besucher zu einem „Land-Trip mitten in der Stadt“ ein. Vom 28. Februar bis zum 3. März wurden Highlights aus Landwirtschaft, Gartenbau und kulinarischen Spezialitäten präsentiert. Auf dem Frankfurter Messegelände stellten zahlreiche Aussteller in den Erlebniswelten „Landleben/Landwirtschaft“, „Garten“ und „Regionale Spezialitäten“ ihre Produkte vor.
Regionale Erzeuger informierten über ihre Arbeit und boten Produkte zum Kauf an. Genuss-Manufakturen präsentierten Käse, Schokolade, Spirituosen, Wein und Edelsalamis. Auf dem Außengelände gab es Tiere und Traktoren zu sehen. Auf der Showbühne gaben Experten Tipps zu Themen wie Einmachen, Urban Gardening und regionale Spezialitäten. Landwirte der Region lieferten zudem praxisnahe Informationen zur modernen Landwirtschaft.