Optimierung der Gaserträge durch angepasste Verfahren
Hohe Gaserträge aus Landschaftspflegematerial sind an eine entsprechende Aufbereitung und ein angepasstes Mahdsystem gebunden. Bei der Trockenfermentation des BUND Wendbüdel wurden bis zu 543 Liter je Kilogramm organischer Trockensubstanz (l/kg oTS) erzielt. Dies entspricht 84 % des Gasertrags von Maissilage (650 l/kg oTS). Ähnliche Werte erreicht eine Nassfermentation auf der baden-württembergischen Baar mit 180 Kubikmeter je Tonne Frischmasse (m³/t FM) Landschaftspflegematerial, was rund 83 % des Maissilage-Ertrags (200 m³/t FM) entspricht. Eine zweimalige Mahd mit anschließender Zerkleinerung des Mähguts ist für diese hohen Erträge Voraussetzung.
Aufbereitungsverfahren für unterschiedliche Fermentationsmethoden
Für die Trockenfermentation hat sich ein System aus Mähen und Mulchen mit anschließendem Abtransport des Schnittgutes bewährt. Hierbei werden Grashalme aufgesplissen und Wachsschichten entfernt, was die Zugänglichkeit für Bakterien in der Biogasanlage verbessert. Bei der Nassfermentation ist eine stärkere Vorzerkleinerung erforderlich. Die hohen Biogaserträge aus Nass- und Feuchtwiesen auf der Baar basieren auf einer Zerkleinerung mittels Häcksler auf eine Länge von einem Zentimeter und der Silierung in Silierschläuchen unter Verwendung von Silierhilfsmitteln.
Alternative Systeme und Projektinitiativen
Neben diesen Verfahren gibt es weitere Ansätze für den Einsatz von Landschaftspflegematerial. Das Sauter-Biogas-System, das seit über einem Jahr im fränkischen Hallerndorf getestet wird, verzichtet auf komplizierte Einbringtechnik und Rührwerke. Die Anlage, die auf die Vergärung von Landschaftspflegematerial, Kleegras, Mist und Gülle spezialisiert ist, setzt auf eine gezielte Beregnung des Fermenterinhalts. Dieses Konzept gilt als wirtschaftlich, auch ohne den Einsatz von Mais. Die Relevanz des Themas spiegelte sich in der breiten Herkunft der Teilnehmer des Fachworkshops wider, die aus elf Bundesländern kamen. Der Erfahrungsaustausch umfasste Landwirte, Projektentwickler sowie Vertreter aus Naturschutz und Kommunen. Die Vorträge des Workshops sind online verfügbar.
Hintergrund des Projekts
Der DVL führt von 2011 bis 2014 das Projekt "Mehr Landschaftspflegematerial in bestehende Biogasanlagen" durch. Ziel des Landschafts-Energie-Projekts "MULLE" (Multiplikation von Lösungen zu Landschaftspflege Energie) ist es, Kosten in der Landschaftspflege zu senken, den Naturschutz zu fördern und Energie zu erzeugen. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages über die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V. gefördert.
