Bedeutung für den Naturschutz in Oberfranken
Im Landkreis Kulmbach wurde der 71. bayerische Landschaftspflegeverband (LPV) gegründet. Damit verfügen nun alle Landkreise Oberfrankens über einen Landschaftspflegeverband.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber betonte die Bedeutung der Landschaftspflegeverbände für den Naturschutz:
Die Bewahrung von Bayerns vielfältigen Kulturlandschaften ist ein zentrales Anliegen für den Naturschutz. Bayerns einzigartige Natur braucht starke Bündnisse aus Kommunen, Landwirten und Naturschutzverbänden. Die bayerischen Landschaftspflegeverbände sind unverzichtbare Partner vor Ort. Wir haben in Bayern jetzt 71 engagierte Partner für den Naturschutz. Dass nun alle Landkreise in Oberfranken umfasst sind, freut mich ganz besonders. Landschaftspflegeverbände sind aktive Gestalter von Lebensräumen und lassen Stadt und Land aufblühen. Unser Ziel ist, überall in Bayern eine partnerschaftliche Zusammenarbeit für mehr Natur- und Artenschutz zu begründen. Diesem Ziel sind wir heute wieder einen wichtigen Schritt nähergekommen. Dazu gratuliere ich dem Landkreis Kulmbach und allen beteiligten Partnern. Der Landkreis Kulmbach und seine Gemeinden zeichnen sich durch eine besonders reichhaltige Natur und eine immense Artenvielfalt aus. Diese Vielfalt wollen wir gemeinsam bewahren.
Der Kulmbacher Landrat und künftige LPV-Vorsitzende Klaus Peter Söllner hob die Besonderheiten des Landkreises hervor:
Der Landkreis Kulmbach hat viel zu bieten. Er ist nicht nur Zentrum der Genussregion, sondern hat auch attraktive und ökologisch intakte Landschaften, die es zu pflegen und zu erhalten gilt. Der Landschaftspflegeverband des Landkreises Kulmbach wird sich aktiv für den Erhalt dieser Kulturlandschaften einsetzen. Die langjährige Erfahrung der Kommunen und die effektive Zusammenarbeit mit Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik werden sich hier auszahlen. Zudem eröffnet der Zusammenschluss mehr Fördermöglichkeiten und schafft ein zusätzliches finanzielles Standbein für die Partner der Landwirtschaft.
Etwa die Hälfte der Landkreisfläche gehört zu den Naturparken Frankenwald und Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst. Der Landkreis Kulmbach ist zudem durch Schutzgebiete wie das Steinachtal und das Untere Rotmaintal geprägt. Der Landkreis setzt bereits seit vielen Jahren Landschaftspflegemaßnahmen um, was nun zur Gründung eines eigenständigen Landschaftspflegeverbandes führte.
In einem Landschaftspflegeverband bringen Vertreter von Kommunen, Naturschutzverbänden und der Landwirtschaft ihre Fachkenntnisse gleichberechtigt ein. Sie beraten Behörden, Eigentümer und Naturschützer bei der Pflege und Entwicklung artenreicher Flächen und legen den Schwerpunkt auf eine nachhaltige regionale Entwicklung.
Die ersten bayerischen Landschaftspflegeverbände nahmen ihre Arbeit im Jahr 1985 auf. Mittlerweile sind rund 1.800 Gemeinden, 64 Landkreise und 18 kreisfreie Städte aktive Mitglieder in den bayerischen Landschaftspflegeverbänden. Damit sind über 90 Prozent der Fläche Bayerns abgedeckt.
Der Großteil aller geförderten Landschaftspflegemaßnahmen im Freistaat wird durch diese Verbände umgesetzt. Im Jahr 2023 finanzierte das Umweltministerium über das Landschaftspflege- und Naturparkprogramm mehr als 500 Naturschutzmaßnahmen mit über 52 Millionen Euro.
