Pflanzen und Pflanzenteile

Tulpen: Saisonende naht, Züchtung läuft weiter

Die Tulpen-Saison neigt sich dem Ende zu, doch die Arbeit der Züchter geht weiter. Erfahren Sie, wie neue Sorten entstehen und welche Kriterien dabei entscheidend sind. Ein Blick hinter die Kulissen der Tulpenzucht.

Ganzjährige Arbeit in den Tulpenbetrieben: Mehr als nur Saisonware

Die Arbeit der Schnitttulpengärtner endet nicht mit der Saison. Viele Betriebe sind Mischbetriebe, die im Herbst eigene Blumenzwiebeln im Freiland anpflanzen. Diese werden gepflegt und im Sommer geerntet, sortiert, gereinigt und in Kühlzellen gelagert. Ab November erfolgt die erneute Pflanzung, diesmal in Gewächshäuser.

Auch innerhalb der Gewächshäuser geht die Arbeit weiter. Betriebe, die sich der Züchtung widmen, arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Sortiments. Dies beinhaltet Kreuzung und Selektion in langjährigen Prozessen, um neue Tulpen auf den Markt zu bringen.

Technik und Know-how in der Tulpenzucht: Innovation trifft Tradition

Die meisten niederländischen Tulpengärtnereien zeichnen sich durch hohe Effizienz aus. Handwerkliche Expertise wird mit moderner Technik und Automatisierung kombiniert. Energiesparende oder energieerzeugende Systeme sind weit verbreitet, beispielsweise durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern oder die Nutzung von Energierückgewinnung und -speicherung.

Ein Beispiel hierfür ist Vertuco in Nordholland, wo Arjen Rood seit 1990 Tulpen veredelt. Fünf Tulpengärtnereien haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam das Sortiment zu verbessern. Trotz der Vielfalt des bestehenden Sortiments ist eine kontinuierliche Verjüngung notwendig, da auch beliebte Sorten nicht über Jahrzehnte unverändert kultiviert werden können.

Jede neue Tulpe, die wir auf den Markt bringen, muss besser sein, als das, was es schon gibt.

Die Selektion ist ein zentraler Bestandteil der Veredelung. Arjen Rood betont, dass nur durch das konsequente Aussortieren vieler Pflanzen am Ende bessere Ergebnisse erzielt werden können.

Der Züchtungsprozess: Von der Kreuzung zur Marktreife – Ein langer Weg

Die Kreuzung erfolgt in der zweiten Maihälfte manuell mit einem Pinsel, wobei Blütenstaub von Freilandtulpen verwendet wird, die mehr Pollen entwickeln. Die Bestäubung findet unter geschützten Bedingungen im Veredlungsgewächshaus statt.

Im ersten Jahr nach der Kreuzung ähneln die neuen Tulpen eher Schnittlauch, doch bereits in diesem frühen Stadium wird selektiert. Bis zur ersten Blüte vergehen fünf bis sieben Jahre, in denen kontinuierlich selektiert und aussortiert wird. Das Züchtungsziel ist die Performance der Tulpe als Schnittblume in der Vase.

Wichtige Kriterien sind:

  • Stiellänge
  • Gewicht
  • Knospen- und Blütenform
  • Knospen- und Blütenfarbe
  • Gleichförmigkeit der Partie
Wenn wir zwei gefüllt blühende Tulpen miteinander kreuzen, dann liegt die Wahrscheinlichkeit bei 70 Prozent, dass wieder eine gefüllt blühende Tulpe herauskommt. Aber auch die Überraschungen, die daneben erscheinen, sind der Mühe wert und können sehr vielversprechend sein.

Vertuco hat bisher über 200 neue Tulpen, darunter auch besondere Sorten wie die Gefransten, bei der KAVB (Königliche Allgemeine Vereinigung Blumenzwiebelkultur) registrieren und auf den Markt bringen lassen.

Während der gesamten Blühsaison, von November bis Mai, ist Arjen Rood täglich in seinem Gewächshaus, auch an Wochenenden, um nach Bereicherungen für das Sortiment zu suchen. Im Mai erfolgt die Bestäubung, danach entwickeln die Tulpen Samenstände.

Fazit für Tulpenliebhaber: Vorfreude auf die nächste Saison

Die Tulpenzeit für 2024 neigt sich dem Ende zu. Es bleibt noch die Möglichkeit, die letzten Tulpen der Saison zu erwerben, sei es für den Muttertag oder als persönliche Freude. Die Atmosphäre im Veredlungsgewächshaus wird als hoffnungsvolle Brutkammer beschrieben, die in Zukunft viele Menschen glücklich machen wird.

07.05.2024

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