Blätter: Lebensgrundlage und Energiequelle
Blätter sind essenziell für das Pflanzenwachstum und spielen eine zentrale Rolle im Ökosystem. Sie sind die Grundlage für die Produktion von Nahrung und Sauerstoff auf der Erde. Im grünen Farbstoff Chlorophyll findet die Photosynthese statt, bei der aus Kohlendioxid und Wasser unter Lichteinwirkung Zucker, Stärke und Sauerstoff entstehen. Diese Stoffe bilden die Basis für das Leben höherer Lebewesen.
Energieproduktion und Nährstoffspeicherung
Im Sommer, bei ausreichend Licht, Wärme und Wasser, arbeiten die Blätter auf Hochtouren. Sie produzieren Energie für Wachstum, Blüten und Früchte. Viele Pflanzen, insbesondere Zwiebelgewächse wie Tulpen, Narzissen und Krokusse, nutzen diese Phase, um Nährstoffe in Speicherorganen einzulagern. Auch Stauden wie Pfingstrosen und Tränendes Herz sammeln Sonnenenergie für die Blüte im folgenden Frühjahr. Daher sollten die Blätter dieser Pflanzen nach der Blüte nicht sofort entfernt werden.
Erst wenn die Blätter vergilbt oder braun sind, stellen sie ihre Funktion ein und können entfernt werden. Bei mehrjährigen Gemüsesorten wie Rhabarber und Spargel wird die Ernte der Blattstiele und Sprosse im Frühjahr begrenzt. Ab dem 24. Juni (Johanni) wird die Ernte eingestellt, damit die Pflanzen sich regenerieren und Reserven einlagern können. Das Entfernen der Blätter würde die Pflanzen schwächen.
Laubfall und die Besonderheit von Nadelgehölzen
Im Herbst nimmt die Aktivität der Laub-Kraftwerke aufgrund sinkender Temperaturen, geringeren Lichts und weniger Wärme ab. Laubbäume lagern Zuckerstoffe in Knospen und Holzteile ein, bevor sie ihre Blätter abwerfen. Nadelgehölze hingegen behalten ihre Nadeln, die durch ihre kompakte Bauart und eine dicke Wachsschicht vor Austrocknung, insbesondere im Winter bei Bodenfrost, geschützt sind. Die Nadel-Kraftwerke sind über mehrere Jahre aktiv. Ein Nadelfall am vier- bis fünfjährigen Holz ist ein natürlicher Reinigungsprozess der Pflanzen und kein Grund zur Besorgnis.
Verwertung von Falllaub im Garten
Falllaub ist ein wertvoller Rohstoff. Auf Blumen- und Staudenbeeten kann es liegen bleiben, sofern es frei von Krankheiten ist und die Pflanzen nicht erstickt. Abgefallene Rosenblätter und Blätter mit Flecken sollten jedoch entfernt werden. Eine Ausnahme bilden Blätter mit weißpudrigem Belag (Echter Mehltau), da dieser Pilz im Herbst und Winter keine Gefahr darstellt und den Abbauprozess beschleunigt. Echter Mehltau überdauert nicht im Laub, sondern an Triebspitzen und Knospen. Grundsätzlich lässt sich Laub gut kompostieren.
Schwer verrottendes Laub von Walnuss-, Platanen-, Eichen-, Pappel- und Kastanienbäumen sollte vor der Kompostierung zerkleinert werden. Dies kann durch flächiges Verteilen auf dem Rasen und anschließendes Überfahren mit dem Rasenmäher geschehen. Die zerkleinerten Blätter zersetzen sich schneller auf dem Kompost. Es empfiehlt sich, Laub immer mit etwa 20 Prozent gröberem Material wie Reisig und Ästen zu mischen, um ein Verklumpen und Verfaulen zu verhindern. Die Zugabe von stickstoffhaltigen Pflanzenteilen wie Rasenschnitt oder Mist fördert die Aktivität der zersetzenden Bakterien.
