Die Grüne Stadt

Lebendiges Grün als natürlichen Regenspeicher in Städten nutzen

Starkregenereignisse zeigen die Notwendigkeit, Städte grüner zu gestalten. Der BGL fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit Regenwasser, um Überschwemmungen zu vermeiden und den natürlichen Wasserkreislauf wiederherzustellen.

Flächenversiegelung und ihre Folgen

Das Starkregenereignis in Berlin aus der letzten Woche zeigt, dass durch die Flächenversiegelung in den Städten viele Überschwemmungen durch eine Überlastung der Kanalisation verstärkt werden.

Dies erklärt BGL-Präsident August Forster. Eine Reduzierung der grünen Infrastruktur in Städten durch städtebauliche Maßnahmen der letzten Jahrzehnte verstärkt die Auswirkungen von Extremwetterereignissen. Die Versiegelung von Siedlungs- und Bodenflächen verhindert die natürliche Versickerung und Verdunstung von Regenwasser. Sie leitet zudem große Wassermengen schnell in die Kanalisation und zerstört Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Regenwasser

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit Regenwasser, um den natürlichen Wasserkreislauf wiederherzustellen.

Die Verantwortlichen in den Kommunen, aber auch Hausbesitzer und gewerbliche Grundstücksbesitzer sollten dazu übergehen, versiegelte Flächen wieder zu entsiegeln. Dazu bedürfe es auch mehr an lebendigem Grün in Städten und Gemeinden, sei es in Form von Grünflächen oder von Dach- und Fassadenbegrünungen.

So Forster. Bereits in der Planungs- und Bauphase können unnötige Versiegelungen vermieden werden. Dies ist durch den Einsatz durchlässiger Materialien wie Schotterrasen oder Rasengittersteine bei der Befestigung von Oberflächen möglich. Grüne Dächer tragen zusätzlich zur Reduzierung des Regenabflusses bei.

Maßnahmen zur Entlastung der Kanalisation

Auch bei bereits versiegelten Flächen besteht die Möglichkeit, Oberflächenwasser auf benachbarten Böden versickern zu lassen oder in Regenwasserspeichern für die Nutzung in Gärten und Häusern aufzufangen. Insbesondere Versickerungsmulden oder -rigolen, die Wasser punktuell in den Boden leiten, entlasten die Kanalisation.

Bei der Planung von Baugebieten und Verkehrsanlagen sollte darauf geachtet werden, dass möglichst wenig Oberflächenwasser in die Kanalisation gelangt.

Aus diesem Grund sind alle erdenklichen Maßnahmen, die die Rückführung des Oberflächenwassers verlangsamen, zu überprüfen – am besten mit einem Fachmann aus dem Garten- und Landschaftsbau. Zusätzlich sollten bei der Abwassergebühr Anreize für die Grundstückseigentümer geschaffen werden, Niederschlagswasser nicht in die Kanalisation einzuleiten, sondern auf den Grundstücken zu nutzen oder versickern zu lassen.

Dies ergänzt Forster.

04.07.2017

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