Warum Stadtgrün entscheidend für den Klimaschutz ist
Die Initiative „Grün in die Stadt“ des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) fordert angesichts globaler Hitzewellen und Waldbrände sowie zunehmender Extremwetterereignisse in Deutschland verstärkte Maßnahmen zur Begrünung urbaner Räume. Ziel ist es, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und die Lebensqualität zu verbessern.
Es gilt, das Risiko für Überschwemmungen und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dies muss schnell, konsequent und gemeinsam umgesetzt werden: von Städten, Gemeinden und Kommunen, die jede Chance nutzen müssen, um mehr Grün zu schaffen – mit Unterstützung der neuen Bundesregierung. Denn diese Maßnahmen stärken nicht nur die Ökosysteme und mildern die Auswirkungen des Klimawandels in den Städten, sondern verbessern auch deutlich die Lebensqualität der Menschen.
Dies betont BGL-Vizepräsident Jan Paul. Die Ergebnisse der Klimawirkungs- und Risikoanalyse (KWRA) 2021, veröffentlicht vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt, belegen ein steigendes Risiko für Hitzewellen, Trockenheit und Starkregen in Deutschland bei ungebremstem Klimawandel. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, sind umfassende Vorsorgemaßnahmen erforderlich.
Notwendigkeit von Stadtgrün und "Schwammstädten"
Deutschland benötigt mehr Bäume in Städten, eine stärkere Begrünung von Dächern und mehr Raum für Flüsse. Jan Paul mahnt zur Eile, da viele Maßnahmen Zeit benötigen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Er fordert mehr Grünflächen, um den Klimawandelfolgen entgegenzuwirken, und plädiert für die Entwicklung von Schwammstädten mit renaturierten, begrünten Flächen zur Versickerung, als Wasserspeicher und für Frischluftschneisen.
Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen liegen alle nach 2005. Während 2021 in Deutschland von Starkregen und Flutkatastrophen geprägt war, kam es weltweit zu Hitzerekorden und Waldbränden. Diese Ereignisse werden sich bei fortschreitendem Klimawandel auch in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten häufen und weitere Regionen betreffen.
Veränderte Niederschlagsmuster und CO2-Emissionen
Das Projekt „Klassifikation meteorologischer Extremereignisse zur Risikovorsorge gegenüber Starkregen für den Bevölkerungsschutz und die Stadtentwicklung“ (KlamEx) hat nachgewiesen, dass in wärmeren Regionen häufiger kleinflächiger Starkregen statt großflächigem Dauerregen auftritt. Die Daten zeigen eine deutliche Veränderung der Niederschlagscharakteristik in Bezug auf Ausprägung, Art und Häufigkeit.
Gleichzeitig führen Waldbrände, wie sie aktuell in Russland, Südamerika oder Griechenland auftreten, zu immensen CO2-Emissionen. Allein im Juli wurden dadurch weltweit über 340 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt – ein Rekordwert für diesen Monat. Wissenschaftler warnen vor zunehmend heftigeren Hitzewellen.
Handlungsempfehlungen für Städte und Kommunen
Bürgermeister und kommunale Entscheidungsträger sollten folgende Punkte beachten:
- Fokus auf entsiegelnde Bauweisen legen.
- Dach- und Fassadenbegrünung stärker fördern.
- Wassermanagement stärker gewichten.
- Schnellstmöglich Ausgleichsflächen schaffen.
Lange, asphaltierte Straßen können künftig durch Sickerungsgruben entwässert oder Oberflächen durch wasserdurchlässige Materialien ersetzt werden. Um den CO2-Ausstoß auszugleichen, muss der Fokus aber klar auf Stadtgrün liegen.
Jan Paul betont, dass Grünflächen – in Parks, auf Dächern oder an Fassaden – Treibhausgase aus der Luft filtern und zur Klimaverbesserung beitragen können. Es gehe um die Zukunft der heutigen und der nächsten Generationen.
Fördermöglichkeiten für grüne Infrastruktur
Grüne und blaue Infrastruktur leistet einen wichtigen Beitrag zur Klimaverbesserung und zum Hochwasserschutz. Stadtplaner können über den Förder-Check der Initiative „Grün in die Stadt“ optimale Finanzierungsoptionen für Grünflächen und Versickerungsmaßnahmen finden.
„Grün in die Stadt“ ist eine Initiative des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL), die Informationen zu den positiven Aspekten städtischen Grüns und passenden Fördermöglichkeiten für Städte und Kommunen bündelt.
