Amerikanische Einflüsse in der Gartengestaltung
Die deutsche Einwanderung in die USA begann bereits im 17. Jahrhundert, und um 1850 emigrierten fast eine Million Deutsche in die Vereinigten Staaten. Deutsche Wurzeln in der amerikanischen Bevölkerung sind daher keine Seltenheit. Umgekehrt haben sich viele amerikanische Einflüsse in Deutschland etabliert, auch in der Gartengestaltung. Präriestauden mit amerikanischen Ursprüngen bereichern Gärten mit ihren leuchtenden Farben und bringen einen Hauch von „Wildem Westen“ in die Beete.
Zu den beliebten Präriestauden zählen zahlreiche Stauden-Astern, bestimmte Staudensonnenblumen (Helianthus-Arten), das Sonnenauge (Heliopsis) sowie die Sonnenhüte (Rudbeckia und Echinacea). Diese zeichnen sich durch eine reichhaltige und langanhaltende Blüte aus.
Astern: Sternenzauber im Herbst
Der Name Aster leitet sich vom griechischen Wort für „Stern“ ab, was die sternförmigen Blüten dieser Pflanzen treffend beschreibt. Der Höhepunkt des Asternjahres liegt im Herbst, wenn sie mit ihrer Blütenpracht den Garten bereichern. Zu den im Herbst blühenden Arten gehören die kompakte Kissen-Aster (Aster-Dumosus-Sorten), die filigrane Myrten-Aster (Aster ericoides) und die Weiße Waldaster oder Gebüsch-Aster (Aster divaricatus).
Die Weiße Waldaster ist eine der wenigen Herbstblüher, die auch im Halbschatten und an trockenen Standorten gedeiht. Sie blüht von August bis Oktober mit zahlreichen weißen Blütensternen. Astern fügen sich mit ihrem wilden Charakter gut in Naturgärten ein und setzen dort vor allem blaue, violette, rote und rosafarbene Akzente.
Sonnenblumen und Sonnenhüte: Dauerblüher mit amerikanischem Ursprung
Wenige Jahrzehnte nach der Entdeckung Amerikas brachten spanische Seefahrer die ersten Sonnenblumen nach Europa. Die meisten der über 60 wild wachsenden Sonnenblumenarten stammen aus der Prärie des Mittleren Westens. Seit dem 19. Jahrhundert werden einjährige Sonnenblumen in Europa großflächig zur Ölgewinnung angebaut. Die Nationalblume des amerikanischen Bundesstaates Kansas sorgt auch in deutschen Gärten für helle, freundliche Bereiche, selbst im Herbst. Die bekannten Sonnenblumen haben ausdauernde, mehrjährige Verwandte: die Staudensonnenblumen.
Staudensonnenblumen blühen ausdauernd von Juli bis Oktober. Sie benötigen reichlich Wasser und einen nährstoffreichen, gut durchlässigen und sandig-lehmigen Boden. In der Regel erreichen sie eine Höhe von fast zwei Metern. Weitere unkomplizierte Dauerblüher sind Sonnenhüte. Diese sind winterhart und gedeihen sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. Sie blühen, überwiegend gelb oder purpurfarben, je nach Art von Juli bis Oktober. Die Fruchtstände einiger Arten lassen sich nach der Blüte als Trockenblumen nutzen. Eine weitere reichblühende Gartenstaude mit „Sonne“ im Namen ist das Sonnenauge.
Die gelben Blütenstände des Sonnenauges sind einfach, halb- oder gefüllt und erscheinen von Juli bis September. Die Staude gedeiht am besten in humosem, nicht zu trockenem Boden in voller Sonne, wächst aber auch im Halbschatten und eignet sich als Schnittblume für Sommersträuße. Präriestauden sind in der Regel anspruchslos und bieten im Spätsommer eine Nahrungsquelle für Vögel, Bienen und Schmetterlinge.
Pflanzpartner und Pflanzzeit
Die warmen Farbtöne der Präriestauden kommen besonders im Kontrast zur Geltung. Eine Kombination aus blauviolett blühenden Verbenen zwischen Sonnenauge und Sonnenhut ist eine gelungene Gestaltung. Gartenbereiche mit Präriestauden lassen sich auch durch Ziergräser wie Chinaschilf (Miscanthus) oder Präriegräser wie Rutenhirse (Panicum), Indianergras (Sorghastrum), Liebesgras (Eragrostis) und Tautropfengras (Sporobolus) auflockern. Diese Gräser verfärben sich im Herbst teilweise bronzegelb oder gelbbraun und erzeugen bei Wind ein Rauschen.
Eine attraktive Zusammenstellung bildet der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) mit weiß blühenden Flammenblumen (Phlox) und rosa-violetten Prachtscharten (Liatris spicata). Die optimale Pflanzzeit für Präriestauden ist von Ende August bis Anfang September oder im Frühjahr.
