Pflanzen und Pflanzenteile

Heidelbeeren: Aufstieg einer Beere

Heidelbeeren erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit, mit einem deutlichen Anstieg des Konsums in den letzten Jahren. Sie sind vielseitig einsetzbar und gelten als gesundheitsfördernd. Erfahren Sie mehr über Anbau, Lagerung und Verwendung der blauen Beeren.

Die wachsende Beliebtheit der blauen Frucht

Heidelbeeren, auch bekannt als Blaubeeren, haben sich zu einer der beliebtesten Beerenarten in Deutschland entwickelt. Ihr Verbrauch ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden 55.200 Tonnen frische Heidelbeeren konsumiert. Dies entspricht einer Steigerung von rund 20.000 Tonnen gegenüber 2018 und 30.000 Tonnen im Vergleich zu 2017. Werden tiefgekühlte Produkte hinzugerechnet, beläuft sich der Gesamtverbrauch auf 80.000 Tonnen, was fast einem Kilogramm pro Kopf entspricht.

Saison und Verwendung

Die Saison für frische Heidelbeeren beginnt im Frühsommer. Sie sind vielseitig einsetzbar und bereichern Smoothies, Desserts, Müslis, Pfannkuchen, Quark oder Gebäck. Außerhalb der Saison lassen sich Heidelbeeren zu Konfitüre verarbeiten. Diese kann als kulinarisches Highlight dienen und ist länger haltbar.

Hintergrund und Anbau

Heidelbeeren verdanken ihren Namen der blauen Farbe. Regional sind sie auch als Besinge, Bickbeeren, Schwarzbeeren oder Mollbeeren bekannt. Die im Handel erhältlichen Kulturheidelbeeren unterscheiden sich von Wildheidelbeeren durch ihr helles Fruchtfleisch; nur die Schale ist blau. Eine blaue Zunge entsteht daher nur beim Verzehr von Wildbeeren.

Der Anbau von Heidelbeeren in Europa begann in den 1920er Jahren in den Niederlanden. In Deutschland startete der Botaniker Wilhelm Heermann ab 1930 mit der Kultivierung in der Region Walsrode. Heute werden Heidelbeeren auf fast 15.000 Hektar angebaut, hauptsächlich in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

Gesundheitliche Aspekte

Heidelbeeren sind von Juni bis September frisch erhältlich und gelten als gesundheitsfördernd. Sie enthalten entzündungshemmende Anthocyane in der blauen Schale sowie C- und E-Vitamine, verdauungsfördernde Gerbstoffe und Mineralstoffe. Bereits Hildegard von Bingen schätzte die Heidelbeere als medizinische Heilpflanze.

Einkauf und Lagerung

Frische Heidelbeeren erkennt man an einer gleichmäßig blauen Farbe, prallen Schale und einem leichten Film, der sogenannten Beduftung. Im Kühlschrank halten sie sich bis zu 14 Tage, wenn sie richtig vorbereitet werden. Dazu sollten die Früchte in einer Schale mit kaltem Wasser abgespült, auf einem Tuch abgetropft und in einem flachen Gefäß im Kühlschrank gelagert werden. Dies macht sie lagerfähiger als viele andere Beerenfrüchte.

Für eine längere Haltbarkeit können Heidelbeeren eingekocht, eingelegt oder eingefroren werden. Zum Einfrieren empfiehlt es sich, die Beeren portionsweise flach in einen Beutel zu legen, damit sie schnell und gleichmäßig durchfrieren.

Verwendung von Tiefkühlbeeren

Gefrorene Heidelbeeren sind 10 bis 12 Monate haltbar und behalten ihre Vitamine und Nährstoffe. Bei der Zubereitung von tiefgekühlten Beeren sollten folgende Empfehlungen beachtet werden:

  1. Tiefgefrorenes Beerenobst im Kühlschrank auftauen lassen.
  2. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Auftauen verbrauchen.

Gefrorene Beeren eignen sich besonders gut zum Backen, da sie weniger Wasser enthalten als frische Beeren. Für eine Beerentorte kann der Tortenboden mit einer dünnen Sahneschicht bestrichen, die gefrorenen Beeren daraufgesetzt und anschließend heißer Tortenguss darüber gegossen werden. Der Guss wird durch die kalten Beeren schnell fest, wodurch die Beeren frisch aussehen.

14.06.2020

Zurück