Intercropping steigert die Landnutzungskapazität
Die gleichzeitige Kultivierung mehrerer Pflanzenarten auf einer Fläche, bekannt als Intercropping, kann zu höheren Ernteerträgen führen. Dies belegt eine aktuelle Studie von Agrarforschern des Instituts für Kulturpflanzenwissenschaften der Universität Hohenheim. Die Untersuchung, durchgeführt im Rahmen eines deutsch-chinesischen Kooperationsprojekts, zeigt, dass diese in Afrika und Asien verbreitete Anbaumethode die Landnutzungskapazität signifikant steigert.
Die Studie, die von der American Society of Agronomy in ihr Research Highlight Program 2010 aufgenommen wurde, untersuchte den Anbau von zwei oder mehr Feldfrüchten innerhalb einer Vegetationsperiode. Besonders für Kleinbauern ermöglicht dieses System eine optimale Ausnutzung kleiner Flächen in kurzer Zeit. Dies trägt zur Ressourcenschonung bei und kann somit einen Beitrag zu einer nachhaltigen Landwirtschaft leisten.
Heike Knörzer und Bettina Müller vom Institut für Kulturpflanzenwissenschaften konnten in ihrer Studie nachweisen, dass die Landnutzungskapazität in den untersuchten Anbausystemen durchschnittlich 20 bis 30 Prozent höher lag. Bei den Fruchtart-Kombinationen Mais/Weizen, Mais/Erbse und Mais/Erdnuss wurden in zwei von drei Fällen höhere Korn- und Trockenmasse-Erträge erzielt. Dies deutet darauf hin, dass kleinparzellierte Agrarlandschaften, wie sie beispielsweise in China vorkommen, ein strukturell bedingtes erhöhtes Ertragspotenzial aufweisen.
Deutsch-chinesische Kooperation und Forschungsmethoden
Die Pflanzen-Expertinnen bewerteten den Intercropping-Anbau pflanzenbaulich und statistisch. In Feldversuchen analysierten die Wissenschaftler die Anbauflächen mithilfe räumlicher Modelle. Dies stellte eine verbesserte Methode zur Bewertung von Intercropping-Feldversuchen dar.
Die Studie war eine deutsch-chinesische Kooperation. Beteiligt waren Wissenschaftler des Instituts für Kulturpflanzenwissenschaften der Universität Hohenheim, darunter Prof. Dr. Wilhelm Claupein, Prof. Dr. Simone Graeff-Hönninger und Prof. Dr. Hans-Peter Piepho, sowie Wissenschaftler der Chinese Agricultural University in Beijing, Buqing Guo und Prof. Pu Wang. Sie forschten drei Jahre lang an der verbesserten Anbaumethode.
Hintergrund und Veröffentlichung
Die Forschung war Teil des Internationalen Deutsch-Chinesischen Graduiertenkollegs (IRTG) "Modellierung von Stoffflüssen und Produktionssystemen für eine nachhaltige Ressourcennutzung in intensiven Acker- und Gemüsebausystemen in der nordchinesischen Tiefebene". Dieses Kolleg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Ministry of Education of the PR China (MOE) finanziert. Das Teilprojekt Pflanzenbau innerhalb des IRTG untersuchte die Vor- und Nachteile sowie Effekte von Intercropping.
Die Publikation "Extension and Evaluation of Intercropping Field Trials Using Spatial Models" erschien 2010 in der Mai-Juni-Ausgabe des Agronomy Journal. Sie wurde von der American Society of Agronomy zusammen mit der Crop Science Society of America und der Soil Science Society of America (ASA-CSSA-SSSA) für ihr Research Highlight Program 2010 ausgewählt. Eine Zusammenfassung der Publikation wird zusätzlich im CAS News Magazine, dem Crops and Soils Magazine, dem News Flash und auf der Society Homepage veröffentlicht.