Die Grüne Stadt

Die Bedeutung städtischen Grüns für Lebensqualität und Stadtentwicklung

Städtisches Grün ist ein wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität und spielt eine wichtige Rolle für Stadtklima, Wassermanagement und soziales Miteinander. Kommunen stehen vor der Herausforderung, den Wert dieser Flächen zu erkennen und zu erhalten, trotz Haushaltsengpässen.

Grünflächen als multifunktionale Elemente der Stadtentwicklung

Städte und Gemeinden positionieren sich zunehmend als „Grüne Städte“, was dem Bedürfnis der Bürger nach mehr Grünflächen entspricht. Umfragen zeigen, dass städtisches Grün von der Mehrheit der Menschen als wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität angesehen wird.

Die Rolle des städtischen Grüns hat sich gewandelt. Sie geht über die ästhetische und raumstrukturierende Wirkung hinaus und umfasst zusätzliche Funktionen. Öffentliche Grünflächen sind Instrumente der Stadtklimatologie, wichtig für das Oberflächenwasser-Management, insbesondere bei Starkregen, und spielen eine Rolle für das soziale Miteinander.

Parks und Grünflächen bieten Ausgleichs- und Ruheräume, Sportmöglichkeiten, Naturerfahrungsflächen und Raum für Begegnung. Das 2015 vom Bundesumweltministerium herausgegebene „Grünbuch Stadtgrün“ erläutert die städtebaulichen, sozialen, ökologischen und ökonomischen Effekte. Es weist jedoch auch darauf hin, dass Strategien zur Senkung der Pflegekosten und Standardisierung der Grünausstattung weitgehend ausgeschöpft sind. Dennoch führen Haushaltsengpässe und steigender Finanzbedarf in anderen Bereichen oft zu Einsparungen bei den Grünetats der Kommunen.

Die Wertschätzung von Grünflächen in der kommunalen Praxis

Der Wert des Grüns in den Städten liegt weit höher als allgemein bekannt und vor diesem Hintergrund ist die in vielen Kommunen geführte Debatte über Kosteneinsparungen in den Grünetats nicht zielführend.

Dies betont Helmut Selders, Präsident des Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., unter Verweis auf das Engagement seines Verbandes in der Stiftung DIE GRÜNE STADT. Er sieht die erste Aufgabe der Kommunen darin, durch Aufklärung und Kommunikation dazu beizutragen, dass Entscheider in Politik und Verwaltung sowie Bürger und lokale Wirtschaft den Wert ihrer Grünflächen erkennen.

Bei angekündigten Baumfällungen ist zumeist der Aufschrei in der Nachbarschaft groß, aber über die vielfältigen Leistungen in der Grünflächen- und Baumpflege ist in der Öffentlichkeit nur wenig bekannt.

Ein positives Signal setzte Frankfurt am Main, wo der Kämmerer zusätzliche Mittel in Höhe von rund 500.000 Euro für Grünflächen bereitstellte.

Strategien zur Weiterentwicklung der Grünqualität

52 Prozent des Frankfurter Stadtgebietes sind Grünflächen, die der Naherholung und dem klimatischen Ausgleich dienen. Dazu gehören Parks, Wald, Äcker, Streuobstwiesen, Grünland, Klein- und Freizeitgärten, Friedhöfe, Straßenbegleitgrün und Wasserflächen. Mit der Strategie „Frankfurt Green City“ wurden integrierte Stadtentwicklungsprojekte und Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel initiiert. 2014 erhielt Frankfurt als erste deutsche Stadt die Auszeichnung als „Europäische Stadt der Bäume“ vom European Arboricultural Council (EAC), wobei die Vorreiterrolle bei der Pflege der Stadtbäume hervorgehoben wurde.

Das EAC erklärt, dass sich an der Baumpflege zeigt, ob eine Stadt Nachhaltigkeit nur thematisiert oder sie in ihren Programmen und im Tagesgeschäft umsetzt. Öffentliche Grünflächen und markante Bäume sind Bestandteile der europäischen Stadt. Ihre Erhaltung und ihr Ausbau stellen eine kulturelle Aufgabe dar. Die Veränderungen durch den Klimawandel stellen zusätzliche Anforderungen an die Qualitätssicherung der Grünflächen.

Im Wettbewerb der Städte um Bürger und Unternehmen gewinnt die Qualität des Freiraums an Bedeutung. Städte positionieren sich im Städtemarketing und betonen ihren individuellen Flair und Wiedererkennungswert. Helmut Selders weist darauf hin, dass neue Sortimente, neue Formen der Pflanzenverwendung und angepasste Pflege- und Unterhaltungsaufgaben starke Grünflächenämter erfordern. Der BdB und seine Mitglieder unterstützen Kommunen mit einem breiten Sortiment in hoher Qualität für hochwertige Bepflanzungen.

26.01.2016

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