Potenziale des ökologischen Landbaus im Hochwasserschutz
Die Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft in Deutschland kann einen Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz leisten. Untersuchungen des Julius Kühn-Instituts zeigen, dass ökologisch bewirtschaftete Flächen ein um 39 Prozent höheres Wasserrückhaltepotenzial aufweisen als konventionell bewirtschaftete Flächen.
Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass die flächenmäßige Ausdehnung des ökologischen Landbaus als ökologische Ausgleichsmaßnahme für anthropogene Versiegelung angestrebt und durch agrarpolitische Instrumente gefördert werden sollte.
Aktuell führt uns die aktuelle Hochwasserlage in Ostdeutschland wieder einmal vor Augen, wie dringend ein vorsorgender Hochwasserschutz ist. Der Biolandbau kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Eine Ausdehnung des Biolandbaus käme den Steuerzahler weitaus günstiger, als allein auf teuren technischen Hochwasserschutz zu setzen.
Die Bundesregierung hat sich in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, 20 Prozent der Agrarfläche auf Biolandbau umzustellen. Derzeit liegt der Anteil bei 5,6 Prozent.
Hintergrund des Wasserrückhaltepotenzials
Das höhere Wasserrückhaltepotenzial auf ökologisch bewirtschafteten Flächen ist auf eine um 83 Prozent bessere Infiltrationsrate bei wassergesättigtem Boden zurückzuführen. Dies bedeutet, dass Niederschlagswasser auf diesen Flächen schneller aufgenommen wird.
Ein Hauptgrund hierfür sind erhöhte Anteile grober Bodenporen, die das Wasser in tiefere Bodenschichten transportieren. Die erhöhte Regenwurmpopulation unter Biobewirtschaftung spielt dabei eine Rolle. Der vermehrte Wasserrückhalt bei gleichzeitiger erhöhter Infiltrationsrate unter ökologischer Landwirtschaft reduziert den Oberflächenabfluss in Bäche und Flüsse, wodurch die Intensität von Hochwässern und die Bodenerosion gemindert werden können.