Ein Meilenstein für den kommunalen Naturschutz
Am 1. Februar wurde in Frankfurt/Main der Verein „Kommunen für biologische Vielfalt“ gegründet. 57 Städte, Gemeinden und Landkreise haben sich zusammengeschlossen, um die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt vorbildhaft umzusetzen.
Der Verein dient der Vernetzung von Kommunen, die im Naturschutz aktiv sind. Ziel ist der Austausch von Erfahrungen und Strategien sowie die Initiierung gemeinsamer Projekte zur Umsetzung der nationalen Strategie. Durch ein abgestimmtes Auftreten soll der kommunale Naturschutz gestärkt und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden.
Ursula Heinen-Esser, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, begrüßt die Vereinsgründung:
Die Vereinsgründung wird von der Bundesregierung außerordentlich begrüßt. Den Städten und Gemeinden kommt bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt eine besondere Rolle zu. Sie sind es, die konkrete Entscheidungen über den Umgang mit der biologischen Vielfalt vor Ort treffen und nah bei den Bürgern sind.
Bedeutung für die Nationale Strategie
Für Professorin Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), stellt die Gründung des kommunalen Bündnisses einen Meilenstein bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt dar. Das BfN initiierte 2010 ein Dialogforum für Kommunen, aus dem die Deklaration „Kommunen für biologische Vielfalt“ hervorging.
Jessel betont die Verantwortung der Kommunen:
Mit der Gründung des Vereins "Kommunen für biologische Vielfalt" nehmen die Kommunen ihre Verantwortung für die biologische Vielfalt an und geben den Bemühungen zu ihrem Erhalt eine langfristige Perspektive. Der Erhalt der biologischen Vielfalt in der Stadt sichert aber auch die Lebensräume, die wichtige Beiträge zum stadtklimatischen Ausgleich, zur Sicherung der natürlichen Wasser- und Stoffkreisläufe im Siedlungsbereich leisten und damit einen wichtigen Garanten für die Lebensqualität der Menschen an ihrem Wohn- und Arbeitsort darstellen.
Die Kommunen sind laut Jessel auch deshalb bedeutsam, weil sie Bürgern die Möglichkeit bieten, sich aktiv einzubringen.
Unterstützung und Ziele
Der Bund unterstützt den Verein in der Startphase finanziell. Parlamentarische Staatssekretärin Heinen-Esser äußerte sich dazu:
Wir werden für die Arbeit des Vereins bis zum Jahr 2014 Mittel des Bundes zur Verfügung stellen. Ich bin überzeugt, dass der Verein mit seinen Service-Leistungen für die Kommunen so attraktiv ist, dass er auch langfristig großen Zulauf erhalten wird.
Bis 2014 sind neben dem Fachkongress als Auftaktveranstaltung weitere Unterstützungsleistungen für das Bündnis vorgesehen. Dazu gehören jährliche Workshops zu den Themenfeldern der Deklaration, die Betreuung der Internetseite, regelmäßige Newsletter für die Kommunen sowie die Sammlung und Darstellung von Praxisbeispielen.
Hintergrund der Nationalen Strategie
Die Bundesregierung verabschiedete die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt im Jahr 2007. Sie umfasst 330 Ziele und 430 Maßnahmen zur Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt in Deutschland. Ein Ziel für Städte und Gemeinden ist beispielsweise, die Durchgrünung der Siedlungen bis 2020 deutlich zu erhöhen. Öffentlich zugängliches Grün mit vielfältigen Qualitäten und Funktionen soll fußläufig erreichbar sein.
Dabei sollen auch Lebensräume stadttypischer Arten, wie Fledermäuse, erhalten und erweitert werden. Der Erhalt der biologischen Vielfalt bietet Vorteile und Synergien für die nachhaltige Entwicklung von Kommunen. Grün- und Freiräumen kommt im Klimawandel eine wachsende Bedeutung zu, da sie zur Abmilderung der Auswirkungen beitragen können. Die Umwelt und Natur in den Kommunen, insbesondere ihre Ausprägung, räumliche Lage und Qualität, spielen auch eine Rolle bei der Reduzierung der Flächeninanspruchnahme.
Flächen mit hohen Umweltqualitäten, wie urbane Wälder oder Schutzgebiete im Siedlungsraum, prägen die Landschaft in den Kommunen und sind wichtig für die Qualität des Wohn- und Arbeitsumfeldes sowie die Lebensqualität. Zudem ermöglicht die Natur vor Ort vielen Menschen, besonders Kindern, Naturerfahrungen.