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FGL S.-H. fordert Ausbau der grün-blauen Infrastruktur

Der FGL S.-H. fordert von der neuen Landesregierung den konsequenten Ausbau der grün-blauen Infrastruktur in den Städten und Gemeinden Schleswig-Holsteins. Diese soll Grünflächen sowie Seen, Flüsse und Bäche integrieren, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Klimaanpassung durch grüne und blaue Infrastruktur

Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.) fordert von der neuen Landesregierung den konsequenten Ausbau der grün-blauen Infrastruktur in den Städten und Gemeinden Schleswig-Holsteins. Diese Infrastruktur soll Grünflächen sowie Seen, Flüsse und Bäche integrieren, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Verbandspräsident Mirko Martensen betonte bei der Mitgliederversammlung des FGL S.-H. in Kiel, dass alle Maßnahmen zur Klimaanpassung eng mit der grün-blauen Infrastruktur verknüpft seien. Dies gelte sowohl für den Gesundheitsschutz als auch für die Katastrophenvorbeugung. Als Beispiel nannte Martensen die Zunahme von Starkregenereignissen und die damit verbundenen Anforderungen an die Überflutungsvorsorge.

Ein effektiver Starkregenschutz erfordere die Renaturierung von Bach- und Flussläufen, die Entsiegelung befestigter Flächen zur Versickerung, die Schaffung von Retentionsflächen sowie die Begrünung von Dächern und Fassaden zur zusätzlichen Wasserspeicherung. Der FGL S.-H. fordert daher eine Begrünungsquote von mindestens zehn Prozent der Dachflächen bei neu gebauten und sanierten Gebäuden.

Besonders effizient sei die Kombination aus Dachbegrünung und Photovoltaik, da sie die Leistungsfähigkeit von Photovoltaik-Anlagen im Sommer um bis zu 20 Prozent steigern könne. Der Verband wünscht sich eine kombinierte Förderung, die wirksame Instrumente zur Klimaanpassung und zum Klimaschutz verbindet, um die Resilienz der Städte und Gemeinden sowie die Lebensqualität der Einwohner zu stärken.

Grünverwaltungen müssen grüne Stadtentwicklung mitdenken

Mirko Martensen hob hervor, dass die landschaftsgärtnerischen Fachbetriebe in Schleswig-Holstein wichtige Impulsgeber für eine nachhaltige Stadtentwicklung seien. Sie wollten ihrer Verantwortung in Zusammenarbeit mit der Landesregierung gerecht werden. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass in den kommunalen Grünverwaltungen fachkompetente Personen tätig sind, die eine grün-blaue Infrastruktur und die dafür notwendigen Freiräume und Maßnahmen berücksichtigen.

Der Verband wünscht sich eine produktive und engagierte Zusammenarbeit in diesem Bereich. Dazu gehöre auch die Förderung der Aus- und Weiterbildung im Garten- und Landschaftsbau durch den Erhalt und die Unterstützung der berufsbildenden Schulen sowie der überbetrieblichen Ausbildungsstätten.

„Grüne Milliarde“ für Stadtentwicklung

Unterstützung für seine Forderungen erhielt Martensen von Lutze von Wurmb, dem Präsidenten des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL).

Weil es so wichtig ist, Grün- und Wasserflächen bei Neu- und Umbauten in Städten von Anfang fest in die Planungen zu integrieren, haben wir zur Bundestagswahl 2021 von der neuen Bundesregierung selbstbewusst eine ´grüne Milliarde` für grüne Stadtentwicklung gefordert. Jährlich und dauerhaft! Zusätzlich setzt sich der BGL-Ausschuss Stadtentwicklung dafür ein, dass unsere Stimme sowohl bei Oberbürgermeisterinnen und -bürgermeistern als auch bundespolitisch Gewicht hat. So ist es uns gelungen, dass im vergangenen Jahr mehr als das Dreifache der ursprünglich geplanten öffentlichen Fördergelder für Stadtgrün bereitgestellt wurden: 300 Millionen Euro für Stadtparks, 200 Millionen für die Biodiversität und 250 Millionen Euro für die Innenstädte. Das ist ein sehr gutes Signal!

Norddeutsche GaLaBau-Verbände intensivieren Zusammenarbeit

Ein weiteres Thema der Mitgliederversammlung des FGL S.-H. war die verstärkte Zusammenarbeit der GaLaBau-Verbände Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen-Bremen. Die norddeutschen Verbände hatten sich bereits am 27. April getroffen, um die aktuelle Branchensituation zu erörtern.

Mirko Martensen stellte fest, dass die Corona-Pandemie keine negativen Auswirkungen auf die Konjunkturentwicklung im Garten- und Landschaftsbau hatte. Der Krieg in der Ukraine mit den verbundenen Lieferengpässen und Kostenexplosionen treffe die Branche jedoch mit voller Wucht. Unkalkulierbare Preise und Bauzeiten könnten sich mittelfristig negativ auf die Auftragslage auswirken. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wollen die vier norddeutschen Landesverbände ihre Kräfte bündeln.

Dies gelte für Weiterbildungsangebote, Beratungsleistungen und Marketing-Aktivitäten, um die Mitgliedsbetriebe bestmöglich zu unterstützen. Abschließend dankte Mirko Martensen den schleswig-holsteinischen Fachbetrieben für ihre Unterstützung während der Flutkatastrophe im Aartal. Der FGL S.-H. und seine Mitglieder hatten den Schwesterverbänden Rheinland-Pfalz-Saarland und Nordrhein-Westfalen insgesamt 20.000 Euro Hilfsgelder gespendet.

Viele Mitgliedsbetriebe unserer dortigen Landesverbände waren betroffen - bis hin zum Existenzverlust. Sie erhielten ab Tag 1 nach den Unwettern praktische Sofort-Hilfe von GaLaBau-Unternehmern und finanzielle Unterstützung von ihrem Verband. Dieser Zusammenhalt ist bezeichnend für unsere Branche, und ich danke Ihnen allen sehr.

11.06.2022

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