Neue Messstationen für präzisere Daten
Die Intensität der UV-Strahlung der Sonne erreicht in Deutschland im Sommer, insbesondere im Juni, hohe Werte. Der UV-Index, der diese Stärke angibt, ist jedoch noch nicht weitreichend bekannt. Um die Bevölkerung besser über die aktuelle UV-Belastung zu informieren und vor Hautkrebsgefahren zu schützen, erweitert das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sein bestehendes UV-Messnetz.
Zum kalendarischen Sommeranfang wurde eine neue UV-Messstation in Berlin auf dem Dach des Bundesumweltministeriums (BMUV) in Betrieb genommen. Zeitgleich startete eine weitere Sonde am BMUV-Standort in Bonn. In den kommenden Wochen werden zusätzliche Stationen in den Küstenstädten Grömitz und Eckernförde folgen.
Das UV-Messnetz in Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag zur Prävention. UV-Strahlung ist ohne entsprechenden Schutz ein Gesundheitsrisiko, sie kann Hautkrebs oder grauen Star auslösen. Die Klimakrise kann dieses Risiko erhöhen. Da Menschen UV-Strahlung nicht sehen oder fühlen können, ist es besonders wichtig, die UV-Belastung zu messen, damit Bürgerinnen und Bürger sich informieren und schützen können.
Aus Umfragen wissen wir, dass das Risiko durch UV-Strahlung in der Bevölkerung zwar bekannt ist, aber oft unterschätzt wird. Der UV-Index kann nicht nur bei der Risikoeinschätzung helfen, sondern gibt auch Orientierung zu Sonnenschutzmaßnahmen. Wer den aktuellen UV-Index kennt, kann die Sonne auch im Sommer gut geschützt genießen.
Der UV-Index als Orientierungshilfe
Der UV-Index ist ein international standardisiertes Maß, das auf einer Skala von 1 bis 11+ die Intensität der UV-Strahlung am Erdboden darstellt. Diesen Werten sind spezifische Empfehlungen zum Sonnenschutz zugeordnet:
- Bei Werten von 1 bis 2 sind keine Schutzmaßnahmen erforderlich.
- Ab einem Wert von 3 sind Schutzmaßnahmen notwendig: Dazu gehören das Aufsuchen von Schatten in den Mittagsstunden, das Tragen von schützender Kleidung, Hut und Sonnenbrille sowie die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit ausreichendem Schutzfaktor.
- Bei Werten von 8 und darüber ist die Belastung sehr hoch, und Schutzmaßnahmen sind absolut notwendig. In diesem Fall sollte man sich in der Mittagszeit möglichst nicht im Freien aufhalten, Schatten aufsuchen, entsprechende Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen und Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Lichtschutzfaktor nutzen.
Das BfS veröffentlicht den UV-Index auf Basis der Messdaten des deutschen UV-Messnetzes seit 2006 auf seiner Website. Das Messnetz ist ein Zusammenschluss verschiedener Institutionen und Behörden, die an den Stationen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang die erdbodennahe UV-Strahlung ermitteln.
Entwicklung und Ausbau des Messnetzes
Das deutsche UV-Messnetz gilt im internationalen Vergleich als führend. Es wurde vor 30 Jahren vom BfS und dem Umweltbundesamt (UBA) mit vier Messstationen gestartet. Bis zum Jahresende wird die Anzahl der Stationen deutschlandweit auf 40 erhöht. Die gesammelten Daten werden kontinuierlich an die Messnetzzentrale des BfS in Neuherberg bei München übermittelt und dort als UV-Index in Form des Tageshöchstwertes und des Tagesverlaufs veröffentlicht. Die UV-Messdaten sind online abrufbar und werden auch von vielen Wetter-Apps angezeigt.
Zur Stärkung des UV-Schutzes in Kommunen, Kitas, Schulen und Sportvereinen haben das BfS und das BMUV im April die Kampagne "UV-sicher" ins Leben gerufen.


