Herausforderungen und Erfolge im GaLaBau-Jahr 2010
Der baden-württembergische Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) verzeichnete im vergangenen Jahr eine stabile Nachfrageentwicklung, obwohl die Arbeitsbedingungen als schwierig galten. Ein Höhepunkt war der erneute Gewinn des deutschen Meistertitels beim Nachwuchs-Berufswettbewerb, der zum sechsten Mal in Folge nach Baden-Württemberg ging.
Thomas Heumann, Vorstandsvorsitzender des Verbandes GaLaBau Baden-Württemberg e. V., betonte auf der 36. Jahresmitgliederversammlung die Wetterabhängigkeit der Branche. Das Jahr 2010 mit zwei langen Wintern und einem kaum vorhandenen Sommer stellte eine Herausforderung dar. Trotzdem war die Nachfrage, insbesondere im Privatgartenbereich, aber auch durch Konjunktur-Förderprogramme von Land und Kommunen, erfreulich. Der wirtschaftliche Aufschwung belebte zudem das Geschäft mit der gewerblichen Wirtschaft. Die wetterbedingten, massiv geschrumpften Produktions-Arbeitszeiten führten jedoch bei einigen Unternehmen zu Liquiditätsengpässen.
Heumann appellierte an die Hausbanken, die Betriebe zu unterstützen, und forderte die IG B.A.U. auf, dies bei Tarifverhandlungen zu berücksichtigen.
Umsatzentwicklung und Verbandsstärke
Im Jahr 2010 erreichte der baden-württembergische GaLaBau einen Gesamtumsatz von rund 940 Millionen Euro, was eine leichte Steigerung um 20 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dieses Ergebnis wurde von 10.200 gewerblichen Arbeitnehmern in etwa 2.300 landschaftsgärtnerischen Unternehmen erwirtschaftet. Die 601 im Verband organisierten Fachbetriebe trugen mit 800 Millionen Euro maßgeblich zu diesem Umsatz bei. Dies unterstreicht die hohe Organisationsdichte der leistungsstarken mittelständischen Betriebe im Arbeitgeberverband.
Austausch mit dem Ministerium
Auf der Jahresmitgliederversammlung vertrat Ministerialdirigent Joachim Hauck vom baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz den verhinderten Minister Rudolf Köberle. Er stellte sich den Fragen des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Thomas Westenfelder zu den künftigen Rahmenbedingungen für Landesgartenschauen. Westenfelder dankte der Landesregierung für die Vergabe von Landesgartenschauen und Grünprojekten bis ins Jahr 2025.
In einer Diskussionsrunde wurde erörtert, wie mehr Jugendliche und Singles für den Besuch von Landesgartenschauen gewonnen werden können. Westenfelder äußerte zudem Bedenken hinsichtlich branchenfremder Firmen, die bei Vergabeverfahren Angebote von Fachfirmen massiv unterbieten, was die Qualität der Bauarbeiten beeinträchtigen kann. Er fragte den Ministerialdirigenten nach Möglichkeiten zur Sicherung der Ausführungsqualität bei Bau und Pflege von Gartenschauen.
Nachwuchsförderung und Ausbildung
Martin Joos, im Verbandsvorstand für Ausbildung und Nachwuchswerbung zuständig, sprach in einer weiteren Talkrunde mit Ministerialdirigent Hauck über die demografisch bedingten Nachwuchsprobleme der Branche. Er hob den hohen Anteil von knapp 400 Ausbildungsbetrieben unter den 620 organisierten Mitgliedsbetrieben hervor und die insgesamt 1.270 Ausbildungsverhältnisse im Jahr 2010.
Angesichts rückläufiger Schulabsolventenzahlen stehe der GaLaBau vor der Herausforderung, ausreichend qualifizierte junge Menschen zu gewinnen. Joos appellierte an die Landesregierung, die Branche bei der Nachwuchswerbung stärker zu unterstützen. Er dankte Ministerialdirigent Hauck für die finanzielle Förderung der überbetrieblichen Ausbildung und Nachwuchsarbeit des Verbandes in den vergangenen Jahren. Zudem verwies er auf ein Bauprojekt – eine Übungs- und Lagerhalle im überbetrieblichen Ausbildungszentrum Heidelberg – für dessen Realisierung 2011 Unterstützung vom Land benötigt werde. Joos plädierte außerdem für landeseinheitliche Prüfungsabläufe bei den Regierungspräsidien Baden-Württembergs.
Erneuter Meistertitel für Baden-Württemberg
Christopher Bäuerle (Ausbildungsbetrieb Jürgen Wragge, Backnang) und Jonas Rombach (Ausbildungsbetrieb Willi Glöckler, Kirchzarten) gewannen 2010 den baden-württembergischen und anschließend den deutschen Meistertitel beim Nachwuchswettbewerb der Landschaftsgärtner. Martin Joos ehrte die beiden Auszubildenden gemeinsam mit Joachim Hauck für ihre Leistung und betonte, dass dies der sechste deutsche Meistertitel in Folge für Baden-Württemberg sei.
Rombach und Bäuerle sind für die internationale Berufs-Weltmeisterschaft „WorldSkills“ in London 2011 nominiert. Joos hob hervor, dass der erneute Wettbewerbssieg die Bedeutung der Nachwuchsausbildung im Verband unterstreiche.
Mustergärten auf der Landesgartenschau
Der Landesverband präsentierte auf der Mitgliederversammlung neun Gartenbeispiele, die elf regionale Fachbetriebe auf der Landesgartenschau 2010 in Villingen-Schwenningen realisiert und betreut hatten. Thomas Westenfelder lobte die Gärten:
Es waren tolle Gärten, es waren Gartenbeispiele, die weit über die Landesgrenzen hinaus Zustimmung und Bewunderung gefunden haben.
Dies sei auf die hohe Planungs- und Bauqualität sowie die konsequente Pflege zurückzuführen. Die gute Besucherresonanz verdankten die Gärten auch dem Publikumsgeschmack, da viele Besucher Anregungen für die Umsetzung ihrer Gartenträume suchten. Westenfelder dankte den beteiligten Betrieben für ihr Engagement und zeichnete sie gemeinsam mit Joachim Hauck aus.
Ehrung für ehrenamtliches Engagement
Christine Biegert aus Leingarten wurde für ihr siebenjähriges ehrenamtliches Engagement als Vorsitzende der Region Franken im Landesverband geehrt. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Klaus Dobczynski würdigte ihre Arbeit, die unter anderem die Präsenz der Region beim Grünprojekt Nordheim 2003 und auf der Landesgartenschau in Bad Rappenau 2008 sowie bei Nachwuchs-Werbeaktionen umfasste. Der Verband bedauerte, dass Christine Biegert nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung stand.
