Beetpflanzen und Gehölze, Nachhaltigkeit, Pflanzen und Pflanzenteile

Mit den richtigen Bodendeckern zum wohligen Gartenambiente

Bodendecker sind aus der modernen Garten- und Landschaftsgestaltung nicht mehr wegzudenken. Sie verleihen unseren Grünflächen nicht nur einen attraktiven Look, sondern tragen auch aktiv zur Nachhaltigkeit bei. Die niedrig und dicht wachsenden Pflanzen sind wahre Allrounder und erfüllen gleich mehrere Aufgaben.

Bodendecker – funktional, ökologisch und ästhetisch

Bodendecker verhindern, dass sich Unkraut unkontrolliert ausbreitet, und schützen den Boden gleichzeitig vor Erosion. Viele dieser Pflanzen verbessern zudem die Bodenqualität und schaffen ein eigenes Ökosystem für zahlreiche nützliche Insekten. Nicht zuletzt überzeugen Bodendecker auch optisch und tragen dazu bei, das volle Potenzial von Garten- und Parkanlagen auszuschöpfen.

Kriterien für die richtige Pflanzenwahl

Bei der Auswahl von Bodendeckern genügt es nicht, sich ausschließlich an optischen Aspekten zu orientieren. Damit sich die Pflanzen zu einem dichten Teppich entwickeln, müssen verschiedene Standortfaktoren berücksichtigt werden. Ein zentrales Kriterium ist der Boden: Während einige Bodendecker lehmige Untergründe bevorzugen, gedeihen andere besser auf sandigen oder tonigen Böden.

Gärtnerinnen und Gärtner – ob Hobbyisten oder Profis – sollten daher die Bodenbedingungen kennen. Idealerweise wird der pH-Wert gemessen, häufig reicht es jedoch bereits aus, die Durchlässigkeit des Bodens einzuschätzen.

Ebenso entscheidend ist die Lichtverfügbarkeit. Manche Bodendecker bevorzugen schattige Standorte, andere benötigen viel Sonne. Viele Arten zeigen sich allerdings tolerant und kommen sowohl im Schatten als auch im Halbschatten zurecht. Größere Bedeutung haben oft die klimatischen Bedingungen. Pflanzen aus südlichen Regionen vertragen Hitze und Trockenheit gut, sind jedoch häufig frostempfindlich.

Für unsere Breitengrade sollten überwiegend Bodendecker gewählt werden, die zumindest leichte Minusgrade bis etwa –10 °C überstehen. Handelt es sich um eine einjährige Sommerbepflanzung, spielt die Winterhärte hingegen keine Rolle.

Vielfältige Anwendungsbereiche

Bodendecker sind vielseitig einsetzbar und finden in unterschiedlichsten Situationen Verwendung. In privaten Gärten steht häufig die Optik im Vordergrund. Ziel ist eine attraktive und zugleich gemütliche Umgebung, die Raum für Erholung und Begegnung bietet. Daher sind hier eine niedrige, dichte Wuchsform und eine ansprechende Optik besonders gefragt.

Eine solche Wuchsform unterdrückt effektiv Unkraut und bildet eine harmonische Grundlage für andere Pflanzen. Ein Beispiel für einen immergrünen Bodendecker mit langer Blütezeit im Sommer ist die Teppichmispel (Cotoneaster dammeri radicans). Sie ist winterhart, anspruchslos in Bezug auf den Standort und überzeugt durch ihre attraktive, flächendeckende Wuchsform. Richtig gepflanzt entsteht ein pflegeleichter, geschlossener Grünton.

In öffentlichen Grünanlagen sind sowohl ästhetische als auch funktionale Aspekte entscheidend. Hier müssen Bodendecker robust und widerstandsfähig sein, um hoher Beanspruchung standzuhalten, und gleichzeitig mit möglichst geringem Pflegeaufwand auskommen. Häufig kommen in Parks Pflanzen wie Efeu, Frauenmantel oder Schleifenblume zum Einsatz.

Besondere Anforderungen stellen Hanglagen dar. Bodendecker für diese Standorte benötigen ein kräftiges Wurzelsystem, um den Boden zu stabilisieren und Erosion zu verhindern. Auch hier bewährt sich beispielsweise die Teppichmispel durch ihre gute Bodenbindung.

Das Geheimnis schöner Bodendecker-Teppiche

Damit Bodendecker ihre volle Wirkung entfalten, ist eine angepasste Pflege unerlässlich – insbesondere bei empfindlicheren Arten. Die Bewässerungsbedürfnisse variieren je nach Pflanze und Standort. In der Anwachsphase ist eine ausreichende Wasserversorgung entscheidend, um ein gutes Einwurzeln zu gewährleisten.

Sind die Pflanzen etabliert, kommen viele Bodendecker auch mit trockeneren Phasen gut zurecht und benötigen bei moderaten Temperaturen nur noch gelegentlich Wasser. Um Wachstum und Blütenbildung zu fördern, kann eine gezielte Düngung sinnvoll sein. Art und Menge der benötigten Nährstoffe hängen von der jeweiligen Pflanzenart ab.

Bei Mischpflanzungen empfiehlt sich ein ausgewogener Dünger mit geringem Stickstoffanteil. Häufig genügt eine Düngung im Frühjahr und Herbst, um die Nährstoffversorgung dauerhaft sicherzustellen.

Nützliche Praxistipps

Erfahrene Gärtner geben zahlreiche praktische Hinweise zur Gestaltung mit Bodendeckern. Oft unterschätzt wird der gestalterische Effekt einer Kombination verschiedener Arten. Erst durch unterschiedliche Blattformen, Blütenfarben und Wuchsformen entsteht eine abwechslungsreiche und lebendige Fläche.

Ebenso wichtig ist der richtige Pflanzabstand. Nur wenn junge Pflanzen ausreichend Platz haben, können sie sich entwickeln, ohne andere Gewächse zu verdrängen. Sehr hilfreich ist zudem konsequentes Mulchen: Eine Mulchschicht hält den Boden feucht, reduziert Unkraut und verbessert gleichzeitig die Bodenstruktur.

Für optimale Ergebnisse kann es sinnvoll sein, fachkundigen Rat bei Gartenbauexperten oder in Gärtnereien einzuholen. So lassen sich Standort, Pflanzenwahl und Pflege bestmöglich aufeinander abstimmen.

19.07.2023

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