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Naturbasierte Lösungen im Kampf gegen den Klimawandel

15.01.2025

Wie können Pflanzen helfen, den Klimawandel zu bremsen? Bernhard Kegel beleuchtet in seinem Buch naturbasierte Lösungen wie Aufforstung, Moorschutz und die Rolle der Ozeane – und zeigt Chancen sowie Grenzen biologischer Kohlenstoffsenken auf.

Welche Rolle Wälder, Moore und Ozeane beim Entzug von CO₂ aus der Atmosphäre spielen

Seit der UN-Klimakonferenz in Paris im Jahr 2015 gilt das 1,5-Grad-Ziel als zentraler Maßstab, um die globalen Lebensbedingungen zu stabilisieren. Doch bereits heute liegt die durchschnittliche Erderwärmung bei rund 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Gleichzeitig nehmen Extremereignisse wie Brände, Überschwemmungen und Stürme zu, während Artensterben und neue Krankheiten weltweit an Bedeutung gewinnen.

Vor diesem Hintergrund rückt neben der Reduktion von Treibhausgasen zunehmend eine weitere Herausforderung in den Fokus: Der Atmosphäre aktiv CO₂ zu entziehen und dauerhaft zu speichern. Der Wissenschaftsautor Bernhard Kegel widmet sich diesem Thema in seinem Buch Mit Pflanzen die Welt retten und untersucht verschiedene naturbasierte Ansätze zur Bindung von Kohlenstoff.

Globale Perspektiven auf natürliche Kohlenstoffsenken

Kegel betrachtet biologische Lösungen aus einer weltweiten Perspektive und bewertet sie differenziert. Dabei zeigt sich schnell, dass der häufig formulierte Ruf nach mehr Bäumen allein nicht ausreicht. Aufforstungsprojekte müssen genau prüfen, wo neue Wälder entstehen können, welche Baumarten geeignet sind und wie eine langfristige Bewirtschaftung erfolgen sollte.

Neben Wäldern spielen auch andere Ökosysteme eine wichtige Rolle für die Bindung von Kohlenstoff. Besonders groß ist das Potenzial von Moorlandschaften. Ihre Wiedervernässung und eine angepasste Nutzung könnten erheblich dazu beitragen, gespeicherten Kohlenstoff im Boden zu halten und weitere Emissionen zu vermeiden.

  • Aufforstung geeigneter Flächen
  • Schutz bestehender Wälder
  • Wiedervernässung von Mooren
  • Neue Formen der Moorwirtschaft

Die Bedeutung der Ozeane

Neben Landökosystemen richtet das Buch den Blick auch auf die Weltmeere. In den oberen, lichtdurchfluteten Wasserschichten leben große Mengen photosynthetisch aktiven Planktons. Schätzungen zufolge trägt dieses Mikroplankton zu bis zu 80 Prozent der globalen Sauerstoffproduktion bei.

Vorgestellt werden verschiedene Ansätze, um die Ozeane stärker als Kohlenstoffsenken zu nutzen. Dazu zählen beispielsweise technische Verfahren zur Förderung nährstoffreichen Tiefenwassers, die gezielte Düngung von Meerwasser oder die großflächige Anlage von Seegraswiesen.

  • Technologien für künstlichen Auftrieb im Meer
  • Düngung nährstoffarmer Meeresregionen
  • Anlage großflächiger Seegraswiesen

Photosynthese als Schlüsselprozess

Im Zentrum vieler naturbasierter Klimaschutzstrategien steht die Photosynthese. Pflanzen, Algen und Mikroorganismen wandeln mit Hilfe von Sonnenlicht Kohlendioxid und Wasser in Sauerstoff und Biomasse um. Dieser Prozess bildet die Grundlage für viele Ansätze zur langfristigen Kohlenstoffbindung.

Kegel diskutiert in diesem Zusammenhang auch mögliche technologische Erweiterungen, etwa künstlich optimierte Formen der Photosynthese. Solche Ideen könnten künftig zusätzliche Wege eröffnen, um den natürlichen Prozess gezielt zu verstärken.

Pflanzen allein werden die Welt nicht für uns retten, aber ohne sie, ohne unsere wichtigsten natürlichen Helfer, schaffen wir es bestimmt nicht.

Das Buch richtet sich an naturwissenschaftlich interessierte Leserinnen und Leser, die sich ein fundiertes Bild über Möglichkeiten und Grenzen naturbasierter Klimaschutzmaßnahmen machen möchten. Dabei verbindet der Autor wissenschaftliche Hintergründe mit einer verständlichen Darstellung der aktuellen Debatte.

Mit Pflanzen die Welt retten
Bernhard Kegel
Dumont, 2024
253 Seiten, 13,6 × 20,8 cm, Hardcover
ISBN 978-3-8321-6850-6
Preis: 25,00 Euro

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