Staudengärtner diskutieren Klimawandel und Betriebsführung

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Die Wintertagung des Bundes deutscher Staudengärtner befasste sich mit der Anpassung von Sortimenten an den Klimawandel sowie mit Aspekten der Betriebsführung und Pflanzenzüchtung. Experten gaben Einblicke in Arbeitsplatzgestaltung, Kostenkalkulation und Herbizideinsatz.

Anpassung an den Klimawandel und effiziente Arbeitsplatzgestaltung

Helmut Bangert vom Büro für Umweltmeteorologie in Paderborn riet den Staudengärtnern, eigene Beobachtungen zu Witterungseinflüssen auf Pflanzen systematisch zu erfassen und auszutauschen. Dies solle einen Übergang von einer menschenzentrierten zu einer agrarischen Meteorologie ermöglichen.

Dr. Renate Spraul von der Arbeitswirtschaft im Gartenbau in Bad Wimpfen beleuchtete die Bedeutung einer effektiven Arbeitsplatzgestaltung für die Wertschöpfung. Sie betonte, dass eine korrekte Einweisung der Mitarbeiter die Grundlage für deren effektive Tätigkeit bildet. In ihrem Vortrag zu Zeitmanagement und Motivation in der Chefetage wies Dr. Spraul auf die Grenzen der Arbeitsoptimierung hin. Sie warnte vor dem Phänomen des Burnouts, das 20 bis 25 Prozent der Berufstätigen betreffe, und zeigte Warnsignale auf. Dabei erwähnte sie auch die Möglichkeit irreversibler Gehirnstrukturveränderungen.

Kostenkalkulation und Herbizideinsatz in der Praxis

Jörg Fieseler, Unternehmensberater der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, thematisierte die Preisgestaltung in Unternehmen. Er stellte fest, dass Preise oft nicht für alle Produkte kalkuliert und nicht konsequent umgesetzt werden. Anhand einer Kostenkalkulation für einen Bodendecker und relevanter Kennzahlen verdeutlichte er die Notwendigkeit schneller Entscheidungen in Produktion und Vermarktung.

Ein Unternehmen braucht Führungskräfte, keine Verwalter.

Klaus-Dieter Hübner vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Neustadt präsentierte Ergebnisse von Herbizidversuchen an Stauden. Er stellte fest, dass die Vielfalt der Stauden den Herbizideinsatz erschwert, da die Pflanzen sehr unterschiedlich reagieren. Mit den Staudengärtnern wurden weitere Versuchsreihen für gemeinsam festzulegende Kulturen vereinbart.

Pflanzenzüchtung und innovative Sortenentwicklung

Dr. Tomas Tamberg berichtete über seine jährlichen 1600 Kreuzungen, hauptsächlich bei Iris und Hemerocallis. Er zeigte den Staudengärtnern die vielfältigen Ergebnisse, darunter auch Interartkreuzungen. Einige Irisarten zeichnen sich durch eine starke Verzweigung und somit längere Blütezeiten aus. Zudem gibt es Hemerocallisarten, die aufgrund ihrer Klimaanpassung besser für heimische Gärten geeignet sind.

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