Naturschutz

Klimaanpassung: Naturschutz als Schlüsselstrategie

Die Klimakrise erfordert dringendes Handeln. Der NABU betont die untrennbare Verbindung von Klima- und Naturschutz. Renaturierung von Wäldern, Mooren und Flüssen ist entscheidend, um die Folgen abzumildern und Ökosystemleistungen zu stärken.

NABU-Papier beleuchtet Herausforderungen und Handlungsfelder

Die globalen Klimafolgen, darunter Dürren, Hungersnöte und Überschwemmungen, könnten bis 2050 über eine Milliarde Menschen zur Flucht zwingen. Diese Prognose des Institute for Economics & Peace unterstreicht die Dringlichkeit, sich mit den Auswirkungen der Klimakrise auseinanderzusetzen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat sich dieser Herausforderung in seinem Papier „Klimaanpassung: Wie umgehen mit den Folgen der Klimakrise?“ gewidmet.

Die zentrale Erkenntnis des NABU-Papiers ist die Notwendigkeit, Klimaschutz, Naturschutz und Klimaanpassung als untrennbare Einheiten zu betrachten. Diese Verknüpfung finde in der politischen Debatte bislang unzureichend statt, da der Klimaschutz die öffentliche Diskussion dominiere.

Analyse globaler Herausforderungen und Chancen

Das 68-seitige Dokument analysiert globale Herausforderungen sowie Chancen und Grenzen der Klimaanpassung. Es beleuchtet die Entwicklung von Temperaturen, Niederschlägen und Extremereignissen. Sechs spezifische Themenfelder werden im Kontext von Mensch und Umwelt vertieft: Biologische Vielfalt, Wald und Forst, Wasser, Landwirtschaft, Küste und Meer sowie Städte und Siedlungen.

Die Klimakrise ist Realität. Die Auswirkungen sind längst spürbar. Hitzesommer, Waldbrände und die Hochwasserkatastrophen an Ahr und Erft haben verdeutlicht, dass die Klimakrise direkt vor unserer Haustür passiert. Trotzdem das so ist, fehlt in der Politik echter Handlungswillen. Die Klimakrise verursacht großes menschliches Leid und belastet Wirtschaft und Gesellschaft durch hohe Kosten. Im Sinne einer lebenswerten Zukunft sollte Politik stärker antizipieren und neben der momentan stark im Fokus stehenden Reduktion der CO2-Emissionen auf eine Abmilderung der schon jetzt auftretenden und sich unvermeidlich noch verstärkenden Folgen abzielen. Das gelingt vor allem durch den Schutz der Natur - auch mit Blick aufs Klima.

Dies betont NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Der NABU sieht in der Renaturierung von Wäldern, Mooren und Flüssen eine zentrale Aufgabe. Ein naturnah gestalteter Fluss mit einem intakten Auensystem kann beispielsweise die Hochwassergefahr für angrenzende Siedlungsgebiete reduzieren.

Forderungen des NABU: Ökosystemleistungen stärken

Der NABU fordert einen umfassenden Renaturierungsplan. Dieser soll darauf abzielen, die Ökosystemleistungen und Artenvielfalt auf mindestens 15 Prozent der Landes- und Meeresfläche wiederherzustellen. Intakte Ökosysteme dienen zudem als Kohlenstoffsenken und sind somit wichtige Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise.

17.11.2021

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