Mimikry als clevere Überlebensstrategie
Mimikry ist eine Form der Warntracht, bei der Lebewesen einer Art das Aussehen einer anderen Art imitieren. Oft ahmen harmlose Tiere das Erscheinungsbild giftiger oder gefährlicher Artverwandter nach. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Verwechslung von harmlosen Insekten mit Wespen oder Bienen. Viele Menschen reagieren panisch auf schwarz-gelb gemusterte Insekten, selbst wenn es sich um völlig ungefährliche Arten handelt.
Die eigentliche Zielgruppe dieser Täuschung sind jedoch Fressfeinde wie Vögel. Ein Vogel würde eine Fliege als Nahrung betrachten, eine Wespe jedoch meiden, da er schlechte Erfahrungen mit deren Gift gemacht hat. Die auffällige Färbung dient somit dem Schutz des harmlosen Insekts, indem es als gefährlicher wahrgenommen wird.
Faszinierende Beispiele für Mimikry in der Tierwelt
Tiere, die sich der Mimikry bedienen, sind in der Regel selbst nicht gefährlich. Dazu gehören beispielsweise die Gemeine Wespenschwebfliege (Chrysotoxum cautum) oder die Mistbiene (Eristalis tenax). Sie tarnen sich, um für ihre Feinde bedrohlich zu wirken und so ihr Überleben zu sichern.
Täuschung zur Beutejagd und weitere Funktionen
Mimikry dient nicht ausschließlich der Warnung. Sie kann auch dazu eingesetzt werden, Beute anzulocken. Einige Blüten imitieren beispielsweise das Aussehen und den Duft weiblicher Käfer, um männliche Käfer anzulocken und diese dann zu fangen. Dieses Prinzip der Täuschung findet sich auch im Karneval wieder, wo sich manche Feiernde hinter einer Verkleidung verbergen, die nicht ihrem wahren Charakter entspricht.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) weist auf die Vielfalt dieser natürlichen Täuschungsmanöver hin und wünscht allen Karnevalisten eine fröhliche Zeit.
