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Neuer Energiesorghum-Sortentyp für Deutschland in Entwicklung

Ein neues Züchtungsprojekt von NPZ und der Universität Gießen erforscht einen neuartigen Energiesorghum-Sortentyp für Deutschland. Ziel ist es, die Vorteile von Kornsorghum mit einem höheren Biomasse-Ertragspotenzial zu verbinden und so eine wettbewerbsfähige Alternative zu Mais zu schaffen.

Vorteile und Herausforderungen von Sorghum als Energiepflanze

Im Gegensatz zu Mais ist Sorghum keine Wirtspflanze für den Westlichen Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) und zeichnet sich durch eine bessere Trockentoleranz sowie Nährstoffeffizienz aus. Allerdings ist Sorghum, das ursprünglich aus Afrika stammt, noch nicht optimal an kühlere Klimate angepasst. Züchterische Verbesserungen sind daher notwendig, um es zu einer wettbewerbsfähigen Alternative zu machen.

Ein Hauptproblem stellt die unzureichende Kältetoleranz dar. Zudem gelingt es bestehenden Sorghumsorten nicht, hohe Biomasse-Erträge mit geeigneten Trockensubstanz(TS)-Gehalten für die Silierung und zufriedenstellenden Methanerträgen zu kombinieren. Dies führt dazu, dass die Deckungsbeiträge von Sorghum an den meisten Standorten derzeit niedriger sind als die von Mais. Lediglich auf diluvialen Böden an niederschlagsarmen Standorten ist Sorghum bereits heute vorteilhaft.

Entwicklung von Dualtyp-Hybriden für die Biogaserzeugung

Das Züchtungsvorhaben von NPZ und Uni Gießen konzentrierte sich auf die Verbesserung der Kältetoleranz, Frühreife und Energiedichte. Dazu wurden frühreife Sorghum bicolor Dualtyp-Hybriden als neuer Sortentyp für die Biogaserzeugung entwickelt und auf ihre Energiedichte und agronomische Leistungsfähigkeit untersucht.

Der Begriff „Dualtyp“ beschreibt die Absicht, die positiven Eigenschaften von Kornsorghum (Frühreife, Energiedichte, Standfestigkeit) mit dem hohen Biomasse-Ertragspotenzial bestehender massewüchsiger Sorten zu vereinen. Angestrebt werden standfeste Hybriden mit einer Wuchshöhe von 200 bis 300 cm, die sich problemlos mit vorhandener Häckseltechnik ernten lassen.

Ein Korn- beziehungsweise Rispenanteil von 40 bis 50 Prozent an der Gesamttrockenmasse soll eine mit Silomais vergleichbare Energiedichte gewährleisten. Die Ergebnisse zeigen, dass Experimentalhybriden dieses Sortentyps höhere Trockensubstanzgehalte erreichen, was die Silierfähigkeit verbessert und Transportkosten reduziert. Der entscheidende Vorteil liegt im Potenzial für höhere Methanerträge pro Flächeneinheit, was eine effizientere Biogaserzeugung ermöglicht.

Geeignete Dualtyp-Testhybriden erzielten am Standort Groß-Gerau, der wärmere Lagen in Süd- und Südwestdeutschland repräsentiert, rund 20 Prozent mehr Methan pro Hektar als bisherige Standardsorten. Voraussetzung hierfür ist eine gute Einkörnung und Kornreife, die ausreichend hohe Temperatursummen erfordert.

Zuchtfortschritt und Zukunftsaussichten für Landwirte

Die systematische Entwicklung neuen Zuchtmaterials war ein Schwerpunkt des Vorhabens, um einen kontinuierlichen Zuchtfortschritt zu gewährleisten. In kurzer Zeit wurde umfangreiches, besser angepasstes Zuchtmaterial entwickelt. Dieses bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Dualtyp-Sortenentwicklung und Sortenzulassung in naher Zukunft.

Landwirte könnten somit künftig aus einer größeren Auswahl an Mais-Alternativen wählen, um Energiepflanzen auch unter sich wandelnden Umweltbedingungen erfolgreich anzubauen.

21.03.2016

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