Positive Bilanz und Branchenwachstum
Der Fachverband Garten- und Landschaftsbau Schleswig-Holstein e. V. (FGL S.-H.) veranstaltete am 18. März 2016 seine 70. Mitgliederversammlung. Die Veranstaltung, die in den Räumlichkeiten des Fördermitglieds Hansen GmbH in Heide stattfand, war von einer positiven Grundstimmung geprägt. Der Verband hob die gute Vernetzung, das Wachstum der Branche, zufriedenstellende Tarifverhandlungen und die Bedeutung der bevorstehenden dritten Landesgartenschau in Schleswig-Holstein hervor.
Mirko Martensen, Präsident des FGL S.-H., zog nach seinem ersten Amtsjahr eine positive Bilanz. Er berichtete von einem bundesweiten Konjunkturwachstum im Garten- und Landschaftsbau von acht Prozent im Jahr 2015. Auch in Schleswig-Holstein sei eine verstärkte Investitionsbereitschaft von Privatkunden in Eigenheime und Gärten festzustellen. Martensen führte diese Entwicklung auf die allgemeine Wirtschaftslage, niedrige Leitzinsen und globale Krisen zurück, die zu einer erhöhten Wertschätzung des eigenen Besitzes führten.
Die Branche profitiere zudem von den abgeschlossenen Tarifverhandlungen. Ab dem 1. April 2016 erhalten Arbeitnehmer im Garten- und Landschaftsbau eine Lohnerhöhung von 3 Prozent, gefolgt von weiteren 1,5 Prozent ab dem 1. April 2017. Dieses Ergebnis wurde als zufriedenstellend für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bewertet.
Netzwerkarbeit und Integration von Flüchtlingen
Ein Schwerpunkt in Martensens erstem Amtsjahr war die Intensivierung der Netzwerkarbeit in Schleswig-Holstein. Er belebte die Tradition der Präsidentengespräche wieder und suchte gemeinsam mit FGL-Geschäftsführer Achim Meierewert den Austausch mit über 16 Politikern, Verbänden und Institutionen. Ziel war es, Kooperationen zu initiieren, Synergien zu nutzen und die Anliegen des Verbandes zu kommunizieren. Martensen resümierte, dass der Verband durch diese Gespräche Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet und Projekte angestoßen habe.
Im Rahmen der Netzwerkarbeit wurde auch die Integration von Flüchtlingen thematisiert. Martensen berichtete von Gesprächen mit Luise Amtsberg, der flüchtlingspolitischen Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen. Es sei angedacht, dass der FGL S.-H. einen Aktionstag mitorganisiert, um Flüchtlingen die sieben gärtnerischen Berufe näherzubringen und Praktika in Ausbildungsbetrieben zu ermöglichen.
Martensen appellierte an die Verbandsmitglieder, Flüchtlingen berufliche Perspektiven zu eröffnen. Er verwies auf eigene Erfahrungen, wonach ein Drittel seiner Belegschaft nicht in Deutschland geboren sei und langjährig im Unternehmen tätig sei. Er betonte die Chance für Unternehmen, engagierte und fähige Arbeitskräfte zu gewinnen. Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt nannte Martensen jedoch deutsche Sprachkenntnisse.
Mitarbeitermotivation und Betriebsanalyse
Ein weiteres Thema war die Mitarbeitermotivation durch gute Aus- und Fortbildung sowie flexible Arbeitszeitmodelle. Martensen betonte, dass für Fachkräfte neben der Bezahlung auch weiche Faktoren wie Förderung und Berücksichtigung persönlicher Bedürfnisse wichtig seien. Er forderte Betriebe auf, mit der Zeit zu gehen, beispielsweise bei der Elternzeit für männliche Mitarbeiter, um zukunftsfähig zu bleiben.
Knut Hansen, im Präsidium des FGL S.-H. zuständig für Ausbildung und Nachwuchswerbung, kritisierte die Praxis, Auszubildende bei witterungsbedingten Ausfallzeiten nach Hause zu schicken. Er forderte, dass Ausbilder diese Zeiten nutzen sollten, um mit den Nachwuchskräften im Betrieb zu bleiben, zu üben und deren Motivation zu fördern.
Arne Ingmar Johannsen, Präsidiumsmitglied für Betriebswirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit und Tarif, empfahl den Mitgliedern die Teilnahme am GaLaBau-Unternehmens-Check. Dieser vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau angebotene Check ermittelt bundesweite Branchendaten und Kennzahlen. Die Analyse durch Experten ermögliche jedem teilnehmenden Betrieb eine genaue Standortbestimmung.
Anpassung des Landesnaturschutzgesetzes und Landesgartenschau
Frank Chr. Hagen, Präsidiumsmitglied für Baumpflege und Stadtentwicklung, informierte über eine erwartete Anpassung des Landesnaturschutzgesetzes in Schleswig-Holstein bezüglich der Fristen für Baumfällarbeiten. Bisher erlaubte das Landesgesetz Fällungen bis zum 14. März, während das Bundesnaturschutzgesetz den 28. Februar vorsieht. Hagen erklärte, dass das Gesetz novelliert werde und voraussichtlich ab 2017 die bundesweite Frist übernehmen werde. Er riet den Fachbetrieben, sich frühzeitig auf die verkürzte Frist einzustellen.
Die Landesgartenschau-Beauftragten des FGL S.-H., Reimer Meier und Markus Prehn, berichteten, dass die elf Hausgärten, die von zwölf Mitgliedsbetrieben auf der diesjährigen Landesgartenschau in Eutin gestaltet werden, dank des milden Winters termingerecht fertiggestellt werden können. Bernd Rubelt und Martin Klehs, Geschäftsführer der LGS Eutin, informierten die Versammlung über den Stand der Vorbereitungen kurz vor der Eröffnung am 28. April.
Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden folgende Betriebe für ihre langjährige Verbandsmitgliedschaft geehrt:
10 Jahre:
- Michael Bartsch Garten- und Landschaftsbau, Kronshagen
- HKL Baumaschinen GmbH, Lübeck (Fördermitglied)
- Frank Höhn Garten- und Landschaftsbau, Neumünster
- GaLaBau Püst GmbH, Labenz
25 Jahre:
- Jürgen Ehlers GmbH, Groß Grönau
- Garten- und Landschaftsbau Jürgen Kobarg, Löptin
- Bernd Möller Gartengestaltung, Schellhorn
- Gartengestaltung I. Pongs e.K., Bordesholm
- Smid Garten- und Landschaftsbau GmbH & Co. KG, Plön
- Bodo Spandehra Garten- und Landschaftsbau, Bad Oldesloe

