Warum Stadtbäume unverzichtbar sind
Der 25. April wird als Tag des Baumes begangen. An diesem Datum finden in zahlreichen Städten und Gemeinden Baumpflanzaktionen statt. Oftmals sind dabei lokale Amtsträger, Wirtschaftsvertreter und die Presse anwesend.
Für Kommunen bieten solche öffentlichen Baumpflanzungen die Möglichkeit, Bürgernähe zu zeigen und bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Attraktive öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität im innerstädtischen Bereich werden von Unternehmen, Initiativen und Privatpersonen erwartet. Gleichzeitig stehen viele Kommunen vor finanziellen Herausforderungen und betrachten Bäume primär als Kostenfaktor im Haushalt.
Unbestritten kostet Grünpflege Geld, doch eine gute Ausstattung mit öffentlichem Grün bietet Vorzüge, deren Nutzen höher liegt als die Kosten. Ein einziger Baum produziert in 24 Stunden etwa 13 Kilogramm Sauerstoff und damit den Tagesbedarf von zehn Menschen. Gleichzeitig verdunstet er etwa 400 Liter Wasser und trägt damit zur Verbesserung des Kleinklimas bei. Zudem bindet ein Baum täglich etwa 18 Kilogramm Kohlendioxid und filtert Feinstaub aus der Luft.
Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. kritisiert, dass in Zeiten knapper Kassen die positiven Effekte von innerstädtischem Grün auf das Wohlbefinden und das Sozialgefüge der Bewohner oft unzureichend berücksichtigt werden.
Grüne Stadtteile sind laut Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des BdB, friedlicher, gesünder und wirtschaftlich erfolgreicher als graue Quartiere. Bürger fühlen sich dort wohler und identifizieren sich stärker mit ihrer Wohnumgebung. Dies wirkt sich auch auf das Steueraufkommen aus, da Investoren auf attraktive Standorte reagieren. Positive Effekte auf Stadtmarketing und Tourismus sind ebenfalls erkennbar.
Aktionen am Tag des Baumes
Die sozialen, gesundheitlichen, psychologischen und ökonomischen Vorteile von Grünflächen sowie deren positive Auswirkungen auf das Stadtklima und die Luftqualität sind bekannt. Angesichts der demografischen Entwicklung wird deutlich, dass die Stadt der Zukunft mehr Grünflächen benötigt.
Helmut Selders vom BdB betont, dass Pflanzaktionen am Tag des Baumes über symbolische Handlungen hinaus ein Bekenntnis zum öffentlichen Grün darstellen sollten.
Pflanzmaßnahmen sind direkt sichtbar und in ihrer Wirkung auf die Lebensqualität spürbar. Wenn Kommunen ihre Leistungen für mehr Grün vor Ort kommunizieren, dient dies nicht nur der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung, sondern auch der Stärkung des Grüns als Thema des öffentlichen Interesses. Nicht zuletzt kann dies dazu beitragen, dass Politik und Verwaltung in der Öffentlichkeit im Wortsinne wirklich als Träger öffentlicher Interessen verstanden werden.
Der BdB unterstützt die Initiative der Bundesregierung zur Erarbeitung eines Grünbuchs zum Stand der Grünen Stadtentwicklung. Selders befürwortete dieses Vorhaben bei einem Termin mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Rita Schwarzelühr-Sutter.
Den ressortübergreifenden Ansatz zur Erstellung eines nationalen Sachstandsberichts zum Thema Grün in Städten begrüßen wir außerordentlich. Eine solche Bestandsaufnahme kann die Grundlage für die von uns geforderte ´Nationale Strategie für Grüne Stadtentwicklung` sein.
Hintergrundinformationen zum Tag des Baumes
Der Tag des Baumes hat eine lange Tradition. Julius Sterling Morton, ein amerikanischer Journalist, fasste 1872 seine Erkenntnisse zum Erosionsschutz und anderen positiven Eigenschaften von Bäumen in seiner "Arbor Day-Resolution" zusammen. Er forderte einen jährlichen "Tag des Baumes". Nach der Regierung von Nebraska im Jahr 1872 schlossen sich nach und nach alle US-Bundesstaaten dieser Initiative an.
In Deutschland wird der "Tag des Baumes" seit etwa 60 Jahren begangen. Am 25. April 1952 pflanzten der damalige Bundespräsident Theodor Heuss und Bundesinnenminister Dr. Robert Lehr symbolisch einen Ahornbaum im Bonner Hofgarten. Dieses Datum wurde damit zum festen Termin für den "Tag des Baumes" in Deutschland. An diesem Tag werden in vielen Städten und Gemeinden Bäume gepflanzt, um auf deren Wert hinzuweisen.