Hintergründe und Stand der Verhandlungen
Die Schlichtungsverhandlungen für das Bauhauptgewerbe, das rund 890.000 Beschäftigte umfasst, wurden am späten Donnerstagabend in Berlin unterbrochen. Eine Einigung konnte bislang nicht erzielt werden. Die Gespräche sollen voraussichtlich am kommenden Mittwoch in Berlin fortgesetzt werden.
Robert Feiger, Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), bezeichnete die aktuellen Verhandlungen als die schwierigsten im Baugewerbe seit vielen Jahren. Als Schlichter vermittelt der Präsident des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel, zwischen den Tarifparteien.
Trotz einer leichten Annäherung in einigen Punkten liegen die Positionen der Tarifparteien in entscheidenden Fragen weiterhin weit auseinander. Dies betrifft insbesondere die Forderung nach einer generellen Entschädigung für die Fahrzeiten zu den Baustellen. Feiger betonte, dass die IG BAU in dieser Angelegenheit keine „Light-Lösung“ akzeptieren werde.
Auch beim geforderten Lohn-Plus zeigen sich die Arbeitgeber nach Ansicht der Gewerkschaft weiterhin zurückhaltend. Carsten Burckhardt, Branchenvorstand der IG BAU für das Bauhauptgewerbe, wies darauf hin, dass diese Haltung vor dem Hintergrund des anhaltenden Baubooms und der Rekordumsätze der Branche stehe.
Positiv bewertet die IG BAU die Ankündigung der Arbeitgeber, am Mindestlohn 2 im Westen festhalten zu wollen. Dieser Mindestlohn bildet den unteren Lohnsockel für qualifizierte Bauarbeiter.
„Wir hoffen, dass die Arbeitgeber den Weg der Vernunft gehen und dass es uns gelingt, in der kommenden Woche die Steine aus dem Weg zu räumen. Aber es ist immer noch alles offen: Das Damoklesschwert eines bundesweiten Bau-Streiks schwebt nach wie vor über der Verhandlung“,
erklärte Robert Feiger mit Blick auf die Fortsetzung der Gespräche.
