Konzept und Finanzierung des Bionicums in Nürnberg
Das Bionicum wird aus zwei Hauptkomponenten bestehen: einem Besucherzentrum im Tiergarten Nürnberg mit einer Dauerausstellung und Workshop-Angeboten sowie einer begleitenden wissenschaftlichen Forschung. Die Forschungsprojekte werden in Zusammenarbeit mit der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der Zukunftsinitiative „Aufbruch Bayern“ der Bayerischen Staatsregierung.
Die Natur ist genialer Lehrmeister und Taktgeber für Forschung und Technik. Wir wollen in Zukunft vermehrt die Errungenschaften der Natur für unser tägliches Leben nutzen. Wie die Wissenschaft von der Natur lernen kann, können Besucher des Tiergartens dann hautnah erleben.
Diese Aussage trafen der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber und der Bayerische Finanzminister Dr. Markus Söder anlässlich des Projektstarts im Tiergarten Nürnberg. Dr. Huber hob hervor, dass das Bionicum in Nürnberg Forschung mit Umweltbildung vor der Kulisse eines zoologischen Gartens verbindet, was deutschlandweit einmalig sei.
Angebote und Forschungsfelder des Bionicums
Das Besucherzentrum wird eine Dauerausstellung beherbergen, die sich an den bionisch interessanten Tieren des Tiergartens Nürnberg orientiert. Ergänzend dazu sind Bionik-Führungen, Workshops, Fortbildungen, Vorträge und Seminare geplant.
Wir wollen vor allem junge Menschen für die phänomenale Vielfalt der Natur, deren Innovationen und damit auch die Naturwissenschaften begeistern. Wenn wir früh ihren Entdecker- und Forschergeist wecken, können wir sie für naturwissenschaftlich-technische Ausbildungen gewinnen.
Die Eröffnung des Besucherzentrums ist für das Jahr 2014 vorgesehen. Im Rahmen der Bionik-Forschung werden drei konkrete Projekte gefördert:
- Das Forschungsvorhaben „BIOSOL“ untersucht die verbesserte Nutzung der Sonnenenergie. Hierbei wird das Prinzip der Sonnenausrichtung von Blumen als Vorbild für effizientere Solarenergienutzung herangezogen.
- Im Projekt „Ohm-Krabbler“ wird der Bewegungsapparat von Spinnen analysiert, um Erkenntnisse für die Hydraulik zu gewinnen und Alternativen zu klassischen Elektromotoren zu entwickeln. Dieses Projekt wird von der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg umgesetzt.
- Das Projekt „Künstliche Muskeln“ der Universität Erlangen-Nürnberg befasst sich mit der Anwendung künstlicher Muskeln in Industrierobotern, um deren Herstellung ressourceneffizienter zu gestalten.