Pflanzen und Pflanzenteile

Nutzhanf: Vielfältige Nutzung erfordert spezielle Erntetechnik

Nutzhanf ist eine vielseitige Pflanze, deren widerstandsfähige Fasern bei der Ernte besondere Anforderungen stellen. Spezialmaschinen mit extra scharfem Schneidwerk sind erforderlich, da sich die langen Fasern leicht um herkömmliche Schneidwerke wickeln können.

Herausforderungen bei der Ernte von Faserhanf

Nutzhanf ist eine vielseitige Pflanze, deren widerstandsfähige Fasern bei der Ernte besondere Anforderungen stellen. Für die Ernte von Faserhanf sind Spezialmaschinen mit extra scharfem Schneidwerk erforderlich, da sich die langen Fasern leicht um herkömmliche Schneidwerke wickeln können.

Wissenschaftler des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) in Straubing haben in Praxisversuchen die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von Nutzhanf untersucht. Im Fokus standen dabei die Erntemethoden für Korn, Blüten und Fasern sowie der Düngebedarf und optimale Anbaubedingungen. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden im Bericht Nr. 78 „Verwertung und Anbauoptimierung von Hanf als Nachwachsender Rohstoff“ veröffentlicht.

Für alle Nutzungsrichtungen wird eine Stickstoffversorgung von 160 Kilogramm pro Hektar empfohlen. Bei erwarteten geringen Erträgen, beispielsweise aufgrund ungünstiger Standortbedingungen oder schlechter Bestandsentwicklung, sollte die Stickstoffzufuhr auf 120 Kilogramm pro Hektar reduziert werden. Die Faserqualität und qualitätsbestimmende Korneigenschaften wie Rohfett- oder THC-Gehalt werden durch den verfügbaren Stickstoff nicht beeinflusst. Allerdings steigt der Anteil großer Körner mit zunehmender Stickstoffversorgung.

Gerade die Ernte ist nach wie vor eine Herausforderung.

Die anspruchslose Pflanze eignet sich gut für die klimatischen Bedingungen in Bayern. Sie ist widerstandsfähig und stellt geringe Ansprüche an den Boden. Eine zu frühe Aussaat bei niedrigen Bodentemperaturen oder geringer Wasserverfügbarkeit kann jedoch die Ertragserwartungen mindern.

Die Anbauflächen von Nutzhanf, dessen Sorten einen THC-Gehalt von unter 0,3 Prozent aufweisen, nehmen stetig zu. Im Jahr 2022 wurden bundesweit etwa 7.000 Hektar Nutzhanf angebaut.

Ein großer Vorteil von Nutzhanf ist, dass die komplette Pflanze verwertet werden kann: von den Fasern, Körnern bis hin zu den Blüten.

Die Fasern finden Anwendung in der Herstellung von Tauen, als Dämmmaterial und in hohen Qualitäten auch für Textilien. Aus den Samen kann Hanföl gewonnen werden, während der Presskuchen als proteinreiches Hanfmehl genutzt wird. Hanfkörner sind zudem als Tierfutter verbreitet. Die Blüten werden in den Bereichen Medizin, Lebensmittel und Kosmetik eingesetzt.

Das Forschungsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), dem TUM Campus Straubing Organisch-Analytische Chemie und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Die Förderung erfolgte durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

08.08.2023

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